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Symbol mit Konfliktpotenzial

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Von: Nicole Kalenda

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Teil des Trenngrüns: Das Biotop Stoawies’n entstand nach der ersten Erweiterung des Gewerbegebiets Steinkirchen auf der Nordseite der Semmelweisstraße.
Teil des Trenngrüns: Das Biotop Stoawies’n entstand nach der ersten Erweiterung des Gewerbegebiets Steinkirchen auf der Nordseite der Semmelweisstraße. © Dagmar Rutt

Die grüne Gruppe 21 nennt es einen Eingriff ins Trenngrün, Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger widerspricht. Er betont, bei der Fläche nordöstlich der Semmelweisstraße, auf der das Gewerbegebiet Steinkirchen erweitert werden soll, handle es sich nicht um Trenngrün. Es ist komplizierter.

Planegg – Im Regionalplan der Region München ist zwischen Gräfelfing und Planegg das Trenngrün Nummer 43 festgelegt. Von der Regierung von Oberbayern heißt es: „Ein Trenngrün bezweckt, das Entstehen großflächiger und bandartiger Siedlungsstrukturen zu vermeiden und die Freiflächen zwischen aufeinander zuwachsenden Siedlungseinheiten zu erhalten und zu sichern.“ Planungen und Maßnahmen im Trenngrün seien im Einzelfall möglich, soweit diese Funktion nicht beeinträchtigt werde.

Zickzacklinie markiert freizuhaltende Bereiche

Eine Zickzacklinie symbolisiert in Plänen Trenngrün und markiert von Bebauung freizuhaltende Bereiche. Zwischen Planegg und Gräfelfing verläuft diese Linie durchs Biotop Stoawies’n und weiter nach Osten, wo sie in einem Bogen nach Süden führt. In der Gemeinderatssitzung Anfang Dezember, in der der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 85 „Erweiterung Gewerbegebiet Steinkirchen“ bestätigt wurde, deutete Bürgermeister Nafziger auf diese Zickzacklinie. Dort befinde sich das Trenngrün und nicht da, wo weiter südlich in der Verlängerung der Semmelweisstraße auf einem Acker Baurecht für 15 300 m2 Geschossfläche geschaffen werden soll. Wie berichtet, möchten hier die Sanacorp Pharmahandel GmbH und die Eurofins Biopharma Product Testing Munich GmbH gemeinsam expandieren.

Konkrete Flurnummern nicht benennbar

Nun ist es so, dass Trenngrün unabhängig von seinen Ausmaßen mit einer Zickzacklinie derselben Größe angedeutet wird. „Von Bedeutung hierbei ist, dass Trenngrün-Bereiche nur symbolhaft und nicht flächenscharf im Regionalplan festgelegt sind. Aus der einheitlichen Breite des Symbols in der kartografischen Darstellung kann daher kein metrisches Ausmaß eines Trenngrüns abgeleitet werden“, so die Regierung von Oberbayern. Auch in den textlichen Ausführungen zur Trenngrün-Festlegung sei kein quantifizierender Hinweis enthalten, der auf ein Mindestmaß des Freiraums zwischen zwei Siedlungsbereichen schließen lasse. „Von daher kann eine Bebauung an den Siedlungsrändern auch nicht kategorisch ausgeschlossen werden“, erklärt Wolfgang Rupp, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern. Die Behörde hatte denn auch im Vorfeld des Aufstellungsbeschlusses signalisiert, dass Einverständnis mit der Gewerbegebietserweiterung bestehe. Entscheidend sei, so die Regierung von Oberbayern jetzt auf Merkur-Anfrage, dass eine erkennbare Freiraumzäsur bestehen bleibe, die die Siedlungsgebiete der Gemeinden Planegg und Gräfelfing klar trennt. Konkrete Flurnummern als Bestandteil des Trenngrüns zu benennen wie im Fall des Bebauungsplans Nr. 85 die Grundstücke mit den Flurnummern 630 und 948, sei auf Maßstabsebene des Regionalplans und aufgrund der symbolhaften Festlegung „grundsätzlich nicht möglich“.

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