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Der Kirchplatz als Tanzfläche: Auftritt des Trachtenvereins D’Almarösler.

„Tanz auf dem Kirchplatz“ in Martinsried besticht als Fest für die ganze Familie

Zünftige Premiere

„O‘tanzt is in Martinsried“: Überschäumende, fröhliche Stimmung herrschte beim ersten Martinsrieder Tanzfest.

Martinsried – Auf dem Kirchplatz mitten im Dorf tanzten am Samstag bei spätsommerlichem Sonnenschein Jung und Alt gemeinsam mit den Planegger Trachtlern „D‘Almarösler“. Für zünftige Blasmusik sorgte die Kapelle der Musikfreunde Geretshausen.

17 Uhr: „Damen verlassen den Herrn.“ Auf dem Kirchplatz drehen sich Paare mit den Trachtlern der „Almarösler“. Planeggs Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Schaudig, zünftig in der Lederhosen, und seine Frau Moni geben bei der Polka die Anweisungen. „Klatschen unten, Mitte, oben – zamm“, ruft Schaudig den Paaren zu. „Und dann die nächste Dame nehmen.“ Durch den ständigen Wechsel beim Tanzreigen entstehen lustige Paar-Konstellationen: So dreht sich ein zwei Köpfe größeres Dirndl-Mädchen lachend mit dem kleineren Bub im Takt der Polka.

Auch Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann ist da: Gut gelaunt begrüßt der Rathauschef den Eigentümer des an den Kirchplatz angrenzenden, wunderschönen Dankesreiter-Hofs. An den Biertischen wird angeregt geplaudert. Ehrenamtliche vom Verein „Miteinander“ und der Freiwilligen Feuerwehr Planegg verkaufen an den Buden duftende Grillwürstl, Kuchen und Getränke: Von Bier und Limo bis zum „Spritz Aperol“ reicht das Angebot. Und die Schützengesellschaft bietet einen eigenen Schießstand.

„Das macht Spaß“, sagen Max und Josef: Die beiden 13-jährigen Buben in Tracht machen ein Wettspiel: Wer hämmert den großen Nagel schneller ins vorgebohrte Brett? Daneben nageln drei junge Männer kleine Eisennägel in einen mächtigen Holzbalken – ein uraltes bayerisches Wettspiel.

Der fünfjährige Jakob schafft beim Dosenwurf alle Dosen gleich beim ersten Versuch: „Ich habe beim Aufbauen geholfen – und schon geübt“, bekennt Jakob.

Am Stand der Feuerwehr verkauft die Jugend Getränkebons und das Grisu-Maskottchen: Über den kleinen Plüsch-Drachen mit roter Mütze wird die Planegger Feuerwehrjugend gefördert. Dieses erste Martinsrieder Kirchplatzfest für die ganze Familie „ist eine gute Gelegenheit, um die Jugend einzubinden“, sagt Planeggs 2. Bürgermeister Peter Heizer. Der ehemalige Vize-Kommandant und Kreisbrandmeister weiß, wovon er spricht. Denn der 75-Jährige war der erste Jugendwart in Planegg – und später auf Kreisebene. Begeistert erklärt Peter Heizer das Modell-Feuerwehr-Auto eines verstorbenen Kameraden. Wenn der Sponsor eine Münze in den Schlitz wirft, blinkt sogar das Blaulicht: „Über Spenden finanzieren wir so unseren historischen Oldtimer, das Tanklöschfahrzeug 16, aus den 1960er-Jahren“, erzählt Heizer.

„Das ist toll“, lobt Bürgermeister Heinrich Hofmann seine Ehrenamtlichen: Wenn man hier in Planegg ein paar Vereine anschreibe, seien nach „zwei, drei Tagen“ alle dabei.

Am Rand des neu gestalteten Kirchplatzes, am Zaun des Dankesreiter-Hofs hängt beim ersten „O’tanzt is in Martinsried!“ ein blauer Wunsch-Briefkasten. Die Planegger konnten dort noch bis Samstag ihre Namensvorschläge für die wenige Meter weiter nördlich gelegene neue Ortsmitte einwerfen: Jutta Weinberger kommt gerade noch rechtzeitig. „Bürgermeisterin-Annemarie-Detsch-Platz“ steht auf ihrem Zettel, verrät die Planeggerin. Doch erst am kommenden Dienstag tagt die siebenköpfige Jury, sagt Heinrich Hofmann, der Amtsnachfolger der 2014 verstorbenen Annemarie Detsch. Die Jury suche aus 150 eingereichten Vorschlägen fünf aus. Danach würden wieder die Planegger Bürger ab 16 Jahren gefragt. Das letzte Wort hat nach der bayerischen Gemeindeordnung aber der Gemeinderat, so Hofmann.

Der sucht dann den Namen für die neue Ortsmitte an der Röntgen-/ Ecke Lochhamer Straße aus, die so ganz anders aussieht als die dörfliche Idylle am Kirchplatz. Die dortigen Wohnungen und Geschäfte sollen in den kommenden Wochen bezogen werden.

Christine Cless-Wesle

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