Verwirrung nach Explosion im New Yorker Stadtteil Manhattan

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Auf der Suche nach einer Heimat für die offenen Werkstätten: Gerhard Hartl (l.), Ines Fockele und Lotar Krahmer würden gerne ein altes, leerstehendes Haus wie hier in der Planegger Amtmannstraße mit Leben erfüllen.

Novum im Würmtal

Werkstätten für jedermann

Lotar Krahmer träumt von einem Novum für das Würmtal: offene Werkstätten, in denen man unter fachkundiger Anleitung Dinge herstellen, reparieren oder auch restaurieren kann.

Planegg – Das Konzept kommt an – sowohl im Planegger Rathaus als auch bei den Bürgern. Doch noch sind einige Hürden zu überwinden.

Seine erste Begegnung mit dem Konzept der offenen Werkstätten hatte Lotar Krahmer im Haus der Eigenarbeit (HEI). Das Bürgerzentrum am Münchner Ostbahnhof dient nicht nur als Treffpunkt für Jung und Alt, sondern bietet auch professionell ausgestattete Werkstätten. Wer will, kann kreativ werden und eigene Projekte umsetzen. Es gibt unter anderem Werkstätten für Metallarbeiten, Textilien, Keramik, Holz und Papier.

„Ich habe dort Kurse belegt und war sofort begeistert“, erzählt Krahmer. Nur die weite Anreise habe der Planegger als lästig empfunden. Im Internet, über die Plattform www.nebenan.de, suchte er deshalb den Kontakt zu Menschen in der Nachbarschaft, die sich ebenfalls gerne in Eigenarbeit versuchen. Er stieß auf die Planegger Gerhard Hartl und Ines Fockele. Sie waren sofort begeistert davon, ein Projekt wie das HEI im Würmtal umzusetzen.

„Ich fand die Idee toll, mich neben meinem Studium für die Gruppe zu engagieren“, erklärt Fockele. Bis es so weit ist, haben die Initiatoren von „Offene Werkstätten Würmtal“, so der vorläufige Titel, noch einen langen Weg vor sich. Um Räumlichkeiten anmieten und den Betrieb aufnehmen zu können, müssen Lotar Krahmer und seine Mitstreiter zunächst einen gemeinnützigen Trägerverein gründen. Dafür brauche es rund 30 Mitglieder. „Momentan arbeiten sechs Leute an unserem Projekt mit“, so Krahmer.

Auch ein Finanzierungskonzept ist nötig. So sollen die Bürger die Werkstätten gegen einen geringen Kostenbeitrag nutzen können. Den Rest will der Verein mit Fördermitteln stemmen. Hinzu kommt die Suche nach einer Immobilie. „Für den Anfang ist ein provisorisches Quartier sinnvoll“, so Gerhard Hartl. Nur so könne man einschätzen, wie viel Fläche und Ausstattung wirklich nötig sind. „Natürlich sind auch Gebäude in Hinterhöfen für uns von Interesse“, betont Hartl.

Am liebsten wäre es dem Trio, wenn es seine Werkstätten in Planegg eröffnen könnte. Nicht nur, weil das Projekt im örtlichen Rathaus große Zustimmung erfahren hat. Auch die zentrale Lage sei geeignet, um Bürger sämtlicher Würmtalgemeinden bedienen zu können.

Das Angebot der offenen Werkstätten richtet sich an alle Altersklassen. Zu Beginn suchen die Organisatoren Mitstreiter, die bereit sind, die einzelnen Fachbereiche aufzubauen und zu betreuen. Interessant sei vor allem, wer einen entsprechenden Beruf ausgeübt habe und sein Wissen nun weitergeben wolle. „Gerade ältere Menschen fallen oft in ein Loch, wenn sie plötzlich nicht mehr gebraucht werden“, so Hartl.

Auch Schüler und Studenten sollen von den offenen Werkstätten profitieren. So gebe es in vielen Elternhäusern keinen Platz, um beispielsweise Kunstprojekte zu verwirklichen. Ein Dilemma, das auch Lotar Krahmer kennt. Er habe vor einiger Zeit einen Töpferkurs belegt. Das habe ihm Spaß gebracht, doch zu Hause seien die Möglichkeiten begrenzt. „An den Ton kommt man ja noch ran, aber wo brennt man ihn?“

Nicht jeder, der sich engagieren möchte, muss ein passionierter Handwerker sein. Gesucht werden auch Leute, die Kontakt zur Gemeinde halten oder für die Verwaltung der Kasse zuständig sind. Als Vorbild dient stets das HEI, das immerhin seit 30 Jahren am Ostbahnhof beheimatet ist. Krahmer: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass dieses Konzept auch im Würmtal funktioniert.“

Karin Priehler

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