So einsam wie zu Beginn des Sommersemesters im vergangenen April soll es nun nicht mehr auf dem LMU-Campus in Martinsried zugehen.
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So einsam wie zu Beginn des Sommersemesters im vergangenen April soll es nun nicht mehr auf dem LMU-Campus in Martinsried zugehen.

Noch ein Ausnahmesemester in Martinsried

Uni-Campus: „So viel Präsenz wie möglich“

  • Peter Seybold
    VonPeter Seybold
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Auch das kommende Wintersemester auf dem Campus in Martinsried und Großhadern wird ein Ausnahmesemester sein. Die Ludwig-Maximilians-Universität möchte so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anbieten, was nicht einfach wird. Bereits im Juli machte ein Impfbus Station auf dem Gelände.

Martinsried/Großhadern – Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen eineinhalb Jahren auch das Leben der rund 6500 Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Martinsried und Großhadern verändert: Während der beiden Lockdowns war der Campus über Monate weitgehend gesperrt. Zeitweise wurden nur Tätigkeiten durchgeführt, bei denen wie bei Tierversuchen eine Anwesenheit vor Ort unbedingt notwendig war. Der Lehrbetrieb war teils komplett auf digital umgestellt.

In diesem Sommersemester fanden dann unter anderem Einführungsveranstaltungen für Erstsemester in kleinen Gruppen sowie Labor- und Praxisübungen wieder auf dem Gelände statt. Die Anwesenheit war dabei aber stets freiwillig, vor allem Vorlesungen mit vielen Teilnehmern liefen weiter nur digital ab. Auch Einrichtungen wie die „StuLounge“ hatten weiterhin geschlossen. Während die technische Umsetzung der digitalen Veranstaltungen oft gut klappte, fehlte den Studenten und Dozenten der Austausch und die Begegnungen vor Ort.

Auch deshalb möchte „die LMU im kommenden Wintersemester so viel Präsenz wie möglich anbieten–- selbstverständlich unter Einhaltung der vorgesehenen Corona-Hygienemaßnahmen“, erklärt LMU-Sprecherin Katrin Röder auf Merkur-Anfrage. Die Universitätsleitung sei gerade in Abstimmung mit allen 18 Fakultäten, um zu klären, wie viel Präsenzlehre möglich ist. Die LMU spreche derzeit zudem auch mit der bayerischen Landesregierung, um die Regelungen wie 3G, also Zugang für Geimpfte, Genesene oder Getestete, genau zu definieren und festzulegen.

Planung läuft

„Aufgrund der Sommerferien wird dies sicherlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen Eine wesentliche Rolle wird aber auch die Entwicklung der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten spielen“, erklärt Katrin Röder. Dass die LMU in den Planungen noch nicht so weit ist wie etwa die Technische Universität München (TUM), liege auch daran, dass diese mit zwölf Fakultäten kleiner und somit weniger Abstimmungsaufwand erforderlich sei. Die TUM informiert auf ihrer Website, „dass ein Großteil der Lehrveranstaltungen und auch der Prüfungen wieder vor Ort am Campus stattfinden wird“.

LMU-Sprecherin Röder geht davon aus, dass das Wintersemester noch einmal ein Ausnahmesemester wird. „Die Abstandsregeln werden weiter gelten. Bisher durften wir dadurch etwa im Audimax statt 900 Plätzen nur 77 belegen.“ Die Studenten dann stattdessen auf unzählige kleine Räume umzuverteilen, funktioniere nicht, da es nicht so viele Dozenten gibt. „Wir wollen so viel Präsenz wie möglich, für uns gelten aber natürlich auch alle Regeln. In jedem Fall werden Präsenz-Veranstaltungen wieder auf freiwilliger Basis stattfinden“, erklärt Röder. Wie in den vergangenen Semestern werden wohl auch im Winter wieder zum Beispiel Labor-Praktika wie in der Biologie und Chemie bevorzugt behandelt.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler gibt morgen unter dem Motto „restart – willkommen zurück“ Eckpunkte für ein Präsenzsemester 2021/22 bekannt. Er wolle „der Hochschulfamilie wieder Lehre und Studium direkt auf dem Campus ermöglichen“ heißt es vom Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Bereits im Juli machte der Impfbus des Münchner Impfzentrums Station auf dem Campus. Der Impfbus, der unter anderem auch beim Hauptgebäude der LMU sowie am Pasinger Bahnhof vorbeifuhr, stand nicht nur Studenten, sondern auch allen anderen Interessenten zur Verfügung.

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