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Eröffneten den neuen, großen Firmensitz der Morphosys AG (v.li.): Die Vorstände Arndt Schottelius, Marlies Sproll, Simon Moroney (Vorstandsvorsitzender) und Jens Holstein sowie Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann und der Chef des Morphosys-Aufsichtsrats, Gerald Möller.

Morphosys feiert Eröffnung

Vereint am neuen Firmensitz

Planegg - Die Verteilung auf drei Martinsrieder Gebäude hat für Morphosys ein Ende gefunden. An der Planegger Semmelweisstraße fand das Aushängeschild der Biotech-Branche genug Fläche für alle Mitarbeiter.

Bei der Einweihungsfeier der Morphosys AG spürte man förmlich, wie mehreren Beteiligten ein Stein vom Herzen fiel: Die bisherige Notlösung mit drei unverbundenen Häusern in Martinsried hat durch den Bezug des ehemaligen Imtech-Hauses an der Semmelweisstraße ein Ende. Die Morphosys AG behält durch ihre Ansiedlung im Gewerbegebiet Steinkirchen die Nähe zu den Wissenschafts- und Forschungsstandorten, ebenso behält die Gemeinde Planegg einen wichtigen Arbeitgeber, ein international bekanntes Aushängeschild, und einen – zumindest in der Mehrzahl der Jahre – Gewerbesteuerzahler.

Morphosys-Vorstand Simon Moroney erinnerte an die Gründung vor 24 Jahren, an Stationen in München, im frisch gegründeten Martinsrieder IZB und schließlich an der Lena-Christ-Straße. „Das erste Gebäude dort haben wir mit zwei Firmen geteilt und hätten uns nie träumen lassen, dass wir einmal selbst das ganze Haus benötigen würden.“

Das Wachstum ging aber weiter: 2015 beschäftigte die Morphosys AG im Würmtal knapp 350 Mitarbeiter aus 29 Staaten. In jenem Jahr sah es so aus, als müsse die Biotechfirma Planegg verlassen, denn es fand sich weder ein Gebäude noch ein Grundstück, das für den gesamten Raumbedarf ausreichend war.

Da half ein vorderhand als ökonomisches Unglück erscheinender Zufall: Das gerade erst Anfang 2014 fertiggestellte Imtech-Haus an der Semmelweisstraße geriet durch die Imtech-Insolvenz in Leerstand. „Durch die repräsentative Höhe im Erdgeschoss war es möglich, die Räume in Labore zu verwandeln“, sagte Bürgermeister Heinrich Hofmann bei seiner Rede anlässlich des Umzugs.

Von den insgesamt 13 500 Quadratmetern, die Morphosys für zunächst zehn Jahre gemietet hat, dienen 1500 m2 als Lager. Von den restlichen 12 000 m2 Bürofläche wurde ein Viertel in Labore verwandelt. Für diese wurde auch der Einbau einer leistungsfähigen Be- und Entlüftungsanlage nötig. „Wir betreiben aber nur Labore der Sicherheitsstufe 2, also nichts Gefährliches“, versichert Günter Wellnhofer, technischer Leiter bei Morphosys.

Für die Mitarbeiter besonders attraktiv ist ein Betriebsrestaurant, das mit dem Namen „Ignaz“ auf Bodenständigkeit hinweist und tatsächlich lokal einkauft: „Mit Backwaren vom Sickinger“, versicherte Morphosys-Pressesprecherin Alexandra Goller. Außerdem hatte das Café „VorOrt“ für jeden der 350 Mitarbeiter ein kleines „Einzugs-Brot“ gebacken.

„Unsere Entwicklung verdanken wir auch dem Cluster-Effekt mit der Nähe zu Universität, Forschungsinstituten, IZB und anderen Biotech-Unternehmen“, fasste Moroney zusammen und lobte die Gemeinde Planegg für die beständige Unterstützung. „Besser können wir es nirgendwo antreffen.“

Für den Morphosys-Aufsichtsrat ergriff dessen Vorsitzender, der Chemiker Gerald Möller, das Wort und deutete an, dass langfristig sogar das Imtech-Haus zu klein werden könnte, aber „nebenan gibt es ja auch noch ein Grundstück“. Planeggs Bürgermeister nahm den Ball auf und gab zu bedenken, dass Bauflächen „dicke Bretter sind, die es in der politischen Diskussion zu bohren gilt“. Wenn die Möglichkeit, bis zu 430 Mitarbeiter unterzubringen, nicht mehr ausreiche, werde er wohl auch nicht mehr Bürgermeister sein, da er aus Altersgründen nicht mehr neuerlich kandidieren dürfe.

Am Rande des Laborrundgangs signalisierte Hofmann aber, dass die Bedeutung der Biotechnologie im Rathaus sehr hoch angesetzt werde, schließlich komme mittlerweile rund ein Viertel des Planegger Steueraufkommens aus dieser Branche, inklusive Pharma sogar ein Drittel.

Andreas Bretting

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