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Der Weg zur Ortsmit te ist mühsam. Während sich Bürgerinitiativen und Rathaus um den Masterplan von 2012 streiten, tüfteln Planer an den Feinheiten für den Marktplatz (s. Kasten unten). Er könnte 2018 so aussehen wie in diesem Entwurf von 2016, an dem sich auch nach der Überarbeitung wenig geändert hat.

Ortsmitte Martinsried

Verwirrung um den Masterplan

Der Masterplan für Martinsried hat in jüngster Zeit für Verwirrung gesorgt. Jetzt ist klar: Vor Ort hängt zwar der richtige aus, aber es sind tatsächlich mehrere Versionen in Umlauf.

Martinsried – Der sogenannte Masterplan, der unter umfangreicher Öffentlichkeitsbeteiligung entstand, ist die Grundlage der aktuellen Planungen und Entwicklungen im Ortszentrum von Martinsried. Dieser Masterplan sorgt einmal mehr für Kontroversen. Die aktuelle Diskussion kreist um die Frage, ob denn der richtige Masterplan im Martinsrieder Info-Pavillon aushängt oder eine andere Version des gleichen Plans.

„Anscheinend ist Ihnen nicht bekannt, dass der Masterplan, den Sie haben aushängen lassen, nicht der Original-Masterplan ist, sondern bereits eine von der Gemeinde abgeänderte – natürlich zum Nachteil der Bürger abgeänderte Planung darstellt“, schrieb die Martinsriederin Barbara Gutmann von der Bürgerinitiative Planegg Martinsried jüngst an Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann. Und Judith Grimme für die „Martinsrieder Runde“ schrieb an Hofmann: „Sinn und Zweck der Beschaffung und Aufstellung des Pavillons war doch, dass der Bürger hier die Entwicklung der Ortsmitte transparent nachvollziehen kann. Deshalb erschließt sich einem nicht, wieso der Original-Masterplan überhaupt nicht schon längst dort hängt“, erklärte Grimme. Beide Schreiben liegen unserer Redaktion vor.

Hofmann begegnet diesen Vorwürfen jetzt. Der gültige Masterplan sei der, der am 29. November 2012 vom Gemeinderat beschlossen worden sei, stellt er klar. Dieser hänge im Info-Pavillon, zusammen mit Visualisierungen aus der gemeindlichen Projektzeitung zur Ortsmitte (Ausgabe 06/2016). Gleichzeitig räumt Hofmann aber einen Fehler ein: In der genannten Projektzeitung vom Juni 2016 sei ein früherer Entwurf zu sehen, der vor seiner Verabschiedung noch überarbeitet worden sei. Dass die alte Version veröffentlicht wurde, sei ein Versehen, „und das bitten wir zu entschuldigen“, sagt Hofmann.

Der gemeinsame Entwurf der Büros Lex-Kerfers und MORPHO-LOGIC war Anfang Juli 2012 nach einem Verfahren mit Bürgerbeteiligung von einem Empfehlungsgremium aus insgesamt vier Vorschlägen für einen Masterplan ausgewählt worden. Dieser Entwurf wurde kurz darauf öffentlich vorgestellt. „Der Gemeinderat hat in einer öffentlichen Sitzung am 26. Juli 2012 im gutbesuchten Kupferhaus auf Basis des Vorschlages des Empfehlungsgremiums das Büro Lex-Kerfers/MORPHO-LOGIC mit der Überarbeitung seines Entwurfs beauftragt“, erklärt Hofmann. Erst das Resultat der Überarbeitung sei die Basis des im November 2012 öffentlich vom Gemeinderat beschlossenen und jetzt gültigen Planes. Nun erschien aber wieder die alte Version in der im Juni 2016 veröffentlichten Ausgabe der Projektzeitung.

Die beiden Versionen weisen zwei erhebliche Unterschiede auf, die sich durch die Gemeinderatsbeschlüsse von 2012 ergaben. Zum einen sollte im ursprünglichen Entwurf die heute existierende direkte Durchfahrtsmöglichkeit von der Röntgenstraße in die Fraunhoferstraße aufgehoben werden. Die überarbeitete Version enthielt diese Verbindung. Dafür war das Stück Röntgenstraße zwischen der Einsteinstraße und dem geplanten Walldurchstich nur noch als gestrichelte Linie eingezeichnet. Zudem enthält die neue Version einen zusätzlichen Baukörper, der den Marktplatz an seinem westlichen Ende verkleinert.

Der Masterplan diene seit seiner endgültigen Verabschiedung im November 2012 als Grundlage der Planungen für das Ortzentrum, sagt Hofmann Obwohl der Masterplan grundsätzlich lediglich einen Rahmen für die zukünftige Entwicklung darstelle, sei es bei den bisher durchgeführten Maßnahmen gelungen, „die Ideen baulich weitestgehend umzusetzen“.

 Victoria Strachwitz und Stefan Reich

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