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Geschafft: Nach der Sondersitzung stießen Bürgermeister Heinrich Hofmann (l.) und Landrat Christoph Göbel im Rahmen eines Sektempfangs im Sitzungssaal miteinander an.

U-Bahnverlängerung

Der Weg ist frei

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Die U-Bahn kommt. Nach optimistischen Schätzungen kann in fünf Jahren der Probebetrieb beginnen. Der Planegger Gemeinderat genehmigte am Mittwoch in einer Sondersitzung die Verträge zur Verlängerung der U6 von Großhadern nach Martinsried mit 21:0 Stimmen.

Planegg– Im Dezember 1991 führte der damalige Planegger Bürgermeister Alfred Pfeiffer erste Gespräche mit dem U-Bahnreferat der Stadt München. Jetzt, knapp 26 Jahre später, nach tausenden Stunden der Planungen und Verhandlungen, hat der Gemeinderat die Einigung mit Freistaat Bayern und Landkreis München abgesegnet. Planegg ist Bauherr und Maßnahmenträger, eine Projektmanagementgesellschaft übernimmt die komplette Abwicklung, von der Entwurfs- und Ausführungsplanung, über die Ausführungsvorbereitung und Baudurchführung bis hin zum kaufmännischen Abschluss. „Es ist von existenzieller Bedeutung, dass die Projektmanagementgesellschaft zügig gegründet wird“, sagte Landrat Christoph Göbel, der zur Sondersitzung gekommen war. „Erst dann beginnen viele Dinge wie etwa die genaue Kostenberechnung zu laufen.“ Zudem gilt der 2013 rechtskräftig gewordene Planfeststellungsbeschluss nur bis Oktober 2018. Sollte bis dahin nicht der Spatenstich erfolgt sein, erlischt die Baugenehmigung.

Wie viel die Verlängerung der U-Bahnlinie um rund 1000 Meter letztlich ausmachen wird, ist kaum abzusehen. 2012 wurden die Kosten auf 73,5 Millionen Euro geschätzt. Göbel: „Die Kosten sind sicher höher.“ Die Gemeinderäte rechnen mit einem Planegger Anteil von bis zu 7 Millionen Euro. „Das ist eine ganze Menge. Eigentlich wollten wir die U-Bahn umsonst haben“, sagte Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21). Er bedauerte, dass die Gemeinde sich nicht damit habe durchsetzen können, die Haltestelle, die zwischen dem Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität und dem Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie angesiedelt wird, um eine Bahnsteiglänge weiter nach Westen zu versetzen. „Das hätte der fußläufigen Erreichbarkeit der Institute keinen Abbruch getan, ab viel für den Rest von Martinsried bewirkt.“

Max Gum-Bauer (FWD) hatte Lob für Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Heinrich Hofmann übrig: „Es ist wirklich gut verhandelt worden. Ausharren lohnt sich manchmal.“ Er sprach von einem „Standortvorteil für Martinsried“. Gerhard Schleburg (CSU) sagte: „Was wir hier geleistet haben, ist ein absolutes Gemeinschaftswerk.“ Die Verwirklichung der U-Bahn könne anderen Gemeinden in ähnlicher Situation als „Blaupause und Vorbild“ dienen. Ralf Tatzel (SPD-Fraktion) nannte die Ermöglichung der U-Bahnverlängerung ein „klares Bekenntnis zum öffentlichen Nahverkehr“. Die Verträge seien „maximal ausgehandelt“.

Fritz Haugg (FDP) erklärte: „Ich bin stolz und froh, dass Planegg die erste kreisabhängige Gemeinde ohne Stadtrecht mit Universität und U-Bahn sein wird.“

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