Tor Wellenbad Planegg Hinweis Gemeinde
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Am Tor zum Wellenbad informiert die Gemeinde über die fortgesetzte Schließung.

Gemeinde will Gesundheitsamt kontaktieren

Wellenbad-Öffnung: „Der Druck wächst“

  • Nicole Kalenda
    vonNicole Kalenda
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Das Planegger Wellenbad bleibt geschlossen– vorerst. Die Gemeindeverwaltung sucht nach einem Weg, die öffentliche Badestelle zugänglich zu machen. Von allen Seiten kämen Anfragen, sagt Geschäftsleiter Stefan Schaudig. „Der Druck wächst.“

Planegg – Seit Beginn der Pfingstferien dürfen in Bayern in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 Freibäder öffnen. Bei weniger als 50 Corona-Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner entfällt die Testpflicht. Eine Terminbuchung beziehungsweise Anmeldung ist weiterhin Voraussetzung fürs Badevergnügen. In München sind sieben der acht Freibäder geöffnet, ein Termin muss vorher online ausgemacht werden. Ins Gautinger Sommerbad kommen Besucher nur, wenn die eigens eingeführte Ampel auf der Homepage der Gemeinde Grün zeigt. Das bedeutet: „Das Sommerbad ist nicht stark besucht, ein Eintritt ist wahrscheinlich.“ Bei Gelb kann der Eintritt nicht garantiert werden und bei Rot ist er aktuell ausgeschlossen.

In Freibädern gelten spezielle Rahmenhygienekonzepte. In den Münchner Bädern herrscht überall FFP2-Maskenpflicht außer am eigenen Liegeplatz, auf dem Weg vom und zum Becken und beim Schwimmen. Das Gautinger Sommerbad darf nur betreten, wer einen Mund-Nasen-Schutz trägt und seine Kontaktdaten hinterlassen beziehungsweise über die Luca-App eingecheckt hat.

Nicht mit Freibad zu vergleichen

Das Planegger Wellenbad lässt sich mit den Freibädern nicht vergleichen. Die Badestelle an der Würm, die vor Corona an heißen Sommertagen schon einmal von bis zu 400 Besuchern bevölkert wurde, kostet keinen Eintritt. Bauhofmitarbeiter kümmern sich um das Leeren der Abfallkörbe und ähnliche Arbeiten, Reinigungskräfte um die Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen, aber es gibt kein Personal, keinen Bademeister und keine Einlasskontrollen. Weil sich die Gemeinde im vergangenen Sommer außerstande sah, eigens Mitarbeiter anzustellen, die die Hygieneregeln überwachen und eine Überfüllung verhindern, blieb das Wellenbad geschlossen. Seit September 2019 haben die Kanadagänse die Liegeflächen für sich. Ein Aushang am Tor informiert über die Gründe der fortgesetzten Schließung.

„Die Tendenz geht dahin, dass wir heuer aufmachen. Das wollen wir auch, wir möchten nur sauber klären, was auf uns zukommt“, sagt Stefan Schaudig, Geschäftsleiter der Gemeinde. Nach wie vor fehlten Vorgaben für Badestellen. Die Gemeinde sieht sich als Grundstückseigentümer in der Pflicht, darauf zu achten, dass die Abstände eingehalten werden. Vor allem, weil die Fläche begrenzt ist. Das Wellenbad ist im Vergleich etwa zu den meisten Badestellen an Seen eingezäunt. „Den Zugang mit Online-Termin können wir nicht darstellen“, sagt Schaudig. Dazu fehlt es nach wie vor an Personal und Technik.

Mehr Schilder als Möglichkeit

Die Verwaltung möchte nun Kontakt mit Landratsamt und speziell Gesundheitsamt aufnehmen, „um zu klären, wie wir damit umgehen und welche Verantwortung die Gemeinde hat“. Den Juni wolle man sich dafür Zeit nehmen. „Wenn das Ergebnis ist, dass eine Öffnung nur mit Aufsicht und damit hohem finanziellen Aufwand möglich ist“, so Schaudig, müsse der Gemeinderat entscheiden, ob das Wellenbad geöffnet wird.

Im vergangenen Sommer befürchtete die Gemeindeverwaltung angesichts der Bilder vom überfüllten Isarufer in München ähnliche Zustände in Planegg. Nun, mit sinkender Inzidenz – aktuell stabil unter 35 – und stetiger Zunahme der Geimpften, hofft Schaudig, „eventuell mit mehr Schildern auf die Eigenverantwortung der Besucher setzen“ zu können.

Ähnlich praktizierte es die Stadt Starnberg schon im vergangenen Jahr mit dem Badeplatz Steininger Grundstück. Er ist wie das Wellenbad eingezäunt, aber zugänglich. Die Stadtverwaltung brachte ein Hinweisschild an, das auf die geltenden Corona-Regeln aufmerksam macht. Das Steininger Grundstück steht auch heuer wieder Besuchern offen. Aus der Stadtverwaltung heißt es: „Wir bitten die Badegäste, nach wie vor die aktuellen Abstands- und Hygieneregelungen einzuhalten.“

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