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Architektonisches Schmuckstück, aber nicht profitabel: das „Campus At Home“ des IZB.

Campus At Home

Wenig los am Wochenende

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„Campus At Home“ bringt nicht die erhofften Belegungszahlen. Deswegen möchte das Martinsrieder Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) das Konzept des Boardinghouses teilweise überarbeiten.

Martinsried – „Campus At Home“ hat im Geschäftsjahr 2017 mit 46,55 Prozent zwar die geplanten Belegungszahlen von 47 Prozent beinahe erreicht, ist aber nicht profitabel. Am Wochenende lag die Belegungsquote zuletzt bei nur 23 Prozent. „Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, werden aktuell Überlegungen angestellt, wie die Auslastung am Wochenende erhöht werden kann“, sagte Peter Hanns Zobel, Geschäftsführer des IZB, auf Merkur-Anfrage.

Der Hotelturm war im Oktober 2014 für die Gäste der IZB-Start-ups und der wissenschaftlichen Institute auf dem Campus Martinsried/Großhadern eröffnet worden. Der Bau des achtstöckigen Hauses mit 42 Zimmern hatte 8,3 Millionen Euro gekostet und 18 Monate lang gedauert. Als „herausragendes Leuchtturmprojekt“, das eine Lücke auf dem Campus schließe, bezeichnete die damalige bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) das Hotel bei der Eröffnungsfeier. Gemeinsam mit der heutigen Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Kerstin Schreyer, ließ sie sich damals die gediegen eingerichteten Zimmer zeigen.

Im siebten Stock des Hauses residiert der „Faculty Club Gateway to Biotech (G2B)“, in dem sich alle Clubmitglieder in entspannter Atmosphäre treffen, austauschen und gemeinsame Projekte planen können. „Die Wissenschaftsbranche ist gekennzeichnet von nationalen und internationalen Kooperationen. Eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe der Institute auf dem Campus ist deshalb für die intensive Zusammenarbeit von großem Vorteil“, betont Geschäftsführer Zobel auch heute noch. Im vergangenen Jahr kamen 38 Prozent der Gäste des Hotels aus dem Ausland. „Mit einer Auslastung unter der Woche von 60 bis 70 Prozent sind wir höchst zufrieden“, so Zobel. Insgesamt beherbergte das „Campus At Home“ im vergangenen Jahr rund 7000 Besucher.

Dennoch sind die Belegungszahlen am Wochenende sehr niedrig, was laut Zobel „in der Natur der Sache“ liegt. Geschäftsreisen zu den Firmen und Instituten des Campus finden ganz überwiegend unter der Woche statt. Die „derzeitige Situation stellt kein Problem für das IZB dar“, sagt Zobel, da die Residenz „einen wertvollen und unverzichtbaren Beitrag zur Attraktivität des Standortes leistet und Teil des Erfolgs des gesamten Campus ist.“

Anders wurde die Situation im Planegger Gemeinderat gesehen, als die Zahlen jetzt im Rahmen des Beteiligungsberichts präsentiert wurden. Die Gemeinde ist mit sechs Prozent an der Fördergesellschaft IZB beteiligt. Giovanni Sammataro (CSU) nannte die Auslastung „schwach“. Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) verwies darauf, dass es bereits eine Untersuchung zum mäßigen Erfolg der IZB-Residenz gegeben habe.

Der Aufsichtsrat des IZB will noch in dieser Woche auf einer Sitzung Vorschläge und Konzepte besprechen, wie die Auslastung des Hauses am Wochenende und damit die Profitabilität verbessert werden kann. Wie eine mögliche Lösung aussehen kann, steht noch nicht fest.

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