Westumfahrung Martinsried

Vorplanung ohne Durchstich abgesegnet

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Der Durchstich zwischen Fraunhofer- und Röntgenstraße ist gestrichen, statt Kreisverkehren sollen Einmündungen kommen: Über fünf Jahre nach dem Beschluss zum Bau einer Umgehungsstraße für Martinsried hat der Gemeinderat die Vorplanung abgesegnet.

Planegg – Die Räte entschieden im November 2013, als ersten Bauabschnitt einer Martinsrieder Umfahrung den Teil zwischen Münchner Straße im Süden und Fraunhoferstraße in Angriff zu nehmen, um die Anwohner im parallel verlaufenden Teil der Röntgenstraße zu entlasten. Man verspricht sich davon eine Reduzierung von bis zu 5000 Autos täglich. „Wir bauen das, damit der Durchgangsverkehr aus Martinsried rauskommt“, sagte Bürgermeister Heinrich Hofmann in der Sitzung am Donnerstag.

Auf den Grundsatzbeschluss folgten im Laufe der Jahre Untersuchungen zu Lärmschutz, den Sinn von Kreisverkehren und die Auswirkungen einer Umfahrung auf das Quartier Röntgen-/Einsteinstraße. Nun präsentierten Bauamt und Oliver Krombach vom gleichnamigen Münchner Ingenieurbüro erste Vorschläge, um die Rahmenbedingungen für die weitere Planung zu klären.

Die Kosten für die Straßenbauarbeiten werden auf 3,5 Millionen Euro geschätzt. Die Umfahrung beginnt im Süden bei der Münchner Straße, einspurig in jede Richtung mit einer Fahrbahnbreite von 6,5 Metern. Sie verläuft westlich der Garagen in der Röntgenstraße, zum Teil mit geringem Abstand. Schwierigkeiten beim Grundstückskauf erforderten dies. Eine „schwer zu erwerbende“ Fläche, so Krombach, werde auf diese Weise nicht für die Trassierung benötigt. An der Fraunhoferstraße, nördlich des Walls, knickt die Umfahrung in den alten Bestand ein. Die Autofahrer sollen die Fraunhoferstraße weiter nach Norden fahren und erst auf Höhe der Metzgerei Brehm auf die Lochhamer Straße stoßen. Die Fraunhoferstraße Ost soll deutlich als untergeordneter Bereich gekennzeichnet werden, um keinen zusätzlichen Verkehr in die neue Ortsmitte zu locken.

Obwohl im Beschluss vom November 2013 am nördlichen Ende der Umfahrung ein Kreisverkehr enthalten ist, ist dort ebenso wie im Süden an der Kreuzung zur Einsteinstraße nun nur eine Einmündung geplant. Flächenverbrauch und Kosten stünden in keinem Verhältnis zu den Vorteilen eines Kreisverkehrs. Das sah die CSU-Fraktion anders, die auf die Kreisverkehre pochte, jedoch am Donnerstag in beiden Fällen mit 9:14 Stimmen unterlag. Dafür konnte sie sich in Sachen Fußgänger- und Radfahrerquerung durchsetzen. Die Umfahrung bekommt weder Rad-, noch Fußweg. Der nicht motorisierte Verkehr soll die Röntgenstraße nutzen. An zwei Stellen, auf Höhe der Einsteinstraße und kurz vor der Fraunhoferstraße, queren Radwege allerdings die Umfahrung. Die CSU forderte, dort Unterführungen einzurichten. Ingenieur Krombach wandte ein: „Fahrradunterführungen sind Bauwerke, die man als Radfahrer nicht mehr gerne sieht. Das sind Bauwerke, die groß und teuer werden. Wenn sie barrierefrei angelegt sind, ist das ein immenser Aufwand.“ Doch mit 16:8 Stimmen beschloss der Gemeinderat, die Querungen nochmals untersuchen und die Kosten für Unterführungen ermitteln zu lassen.

Die SPD konnte sich mit ihrem Antrag durchsetzen, ein Lärmschutzkonzept für die Lochhamer Straße zwischen Fraunhoferstraße und Obi erstellen zu lassen. „Uns ist es ein Anliegen, Nachteile für dortige Bewohner abzufedern“, erklärte Fraktionssprecher Felix Kempf.

Die Grundstücksverhandlungen, die 2013 bereits liefen, sind heute noch nicht abgeschlossen. Im Fall eines Rechtsstreits innerhalb einer Erbengemeinschaft ist laut Hofmann in diesem Herbst ein Urteil des Oberlandesgerichtes zu erwarten. „Dann wissen wir, mit wem wir verhandeln müssen.“

Für den zweiten Teil der Umfahrung, westlich des Gewerbegebietes gelegen und zwischen „Würmtal Center“ und Sportzentrum in die Lochhamer Straße einmündend, fehlt es an einem Beschluss. 2013 hieß es lediglich, die Verlängerung der Westumfahrung bis zur Lena-Christ-Straße werde weiterverfolgt.

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