Wohnbebauung im Grund

SPD sorgt für Hintertürchen

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Die Grüne Gruppe 21 ist im Planegger Gemeinderat damit gescheitert, die Flächen im Grund und am Klopferspitz aus dem Vorentwurf zum neuen Flächennutzungsplan herauszunehmen. Die SPD-Fraktion öffnete sich in der Sitzung am Donnerstag mittels Protokollnotiz ein Hintertürchen in Sachen Wohnbebauung auf dem Acker im Grund.

Planegg– 240 Bürger hatten im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung Stellung zum Vorentwurf bezogen. Rund 40 kamen am Donnerstag ins Rathaus, wo sich der Gemeinderat mit den privaten Anregungen und Einwänden beschäftigte. Nur ein Bruchteil der Bedenken kam jedoch zur Sprache, eine weitere Sitzung ist für Montag, 19 Uhr, anberaumt.

Umstritten sind vor allem die Ausweisung eines neuen Wohngebietes auf einer 16 800 Quadratmeter großen Ackerfläche angrenzend an die Straße Im Grund, die Definierung weiterer 20 000 Quadratmeter als Vorbehaltsfläche für künftige Wohnbauentwicklung sowie ein 2600 Quadratmeter großes neues Wohngebiet am Klopferspitz in Martinsried. Ein Bürgerbegehren gegen die Pläne für Grund und Klopferspitz läuft.

„In der Zusammenschau“ aller eingegangenen Stellungnahmen werde man die beiden neuen Wohngebiete „nicht halten können“, sagte Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21). „Wir sollten heute ein Zeichen setzen und beide Flächen aus dem Flächennutzungsplan-Entwurf streichen“, so Stepp weiter. Unterstützung bekam die GG21 nur von der FDP-Fraktion. Mit 13:6 Stimmen wurde Stepps Antrag abgelehnt.

Dafür signalisierte die SPD-Fraktion, bisher neben Freien Wählern-Dynamischen und CSU Verfechter neuer Wohngebiete, um dem herrschenden Siedlungsdruck begegnen zu können, die Bereitschaft umzudenken. Monika Schulz gab zu Protokoll, die Fraktion behalte sich vor, im Laufe des Verfahrens im Grund die Vorbehaltsfläche aufzugeben und das, was als Wohngebiet ausgewiesen werden soll, als Vorbehaltsfläche einzustufen. Die Sozialdemokraten machen ihre endgültige Entscheidung von einem noch zu erstellenden Verkehrsgutachten zu den Folgen etwaiger Bebauung und einer aktualisierten Berechnung der Bevölkerungsentwicklung abhängig. Beides soll bis Frühsommer nächsten Jahres vorliegen. Ziel ist, den neuen Flächennutzungsplan, der nach über 40 Jahren den bestehenden ablöst, bis Ende 2019 zu beschließen und damit vor der Kommunalwahl im Frühjahr 2020.

Auch bei der Ausweisung eines neuen Wohngebietes in der Herzog-Wilhelm-Straße herrschte Uneinigkeit im Gemeinderat. Dort soll auf 4800 Quadratmetern ein Einheimischenmodell installiert werden. Der Bund Naturschutz riet in seiner Stellungnahme dringend davon ab, Grüne Gruppe 21 und FDP schlossen sich dem an. Mit 15:6 wurden sie überstimmt. Allerdings wird eine Alternative geprüft: Mit 12:9 Stimmen wurde ein Antrag Anneliese Bradels (GG21) angenommen, eine Überbauung des Parkplatzes des benachbarten SV Planegg-Krailling zu untersuchen.

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