+
Inzwischen ist die Volkshochschule im Würmtal „Stützpunkt Verbraucherbildung“: Vhs-Geschäftsführerin Karola Albrecht (r.) und ihre Stellvertreterin Karola Albrecht.

Drohende Umsatzsteuerpflicht

„Das ist eine Bedrohung für die Volkshochschule“

  • schließen

An der Volkshochschule im Würmtal herrscht Entsetzen. Kurse, die nicht der beruflichen Weiterbildung dienen, sollen künftig umsatzsteuerpflichtig sein.

Würmtal– „Das ist ein Angriff auf die Bildung“, findet die stellvertretende Geschäftsführerin der Volkshochschule im Würmtal, Karola Albrecht. „Das ist eine Katastrophe.“ Pilates, Italienisch, Kochen und Aquafitness gehören zu den beliebtesten Kursen der Volkshochschule im Würmtal (Vhs). Und genau diese Art von Angebot, das nicht der beruflichen Weiterbildung dient, könnte bald umsatzsteuerpflichtig werden. So sieht es ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung vor. Die Neuerung würde den Großteil der Kursteilnehmer der Volkshochschule im Würmtal treffen. Und dieser müsste dann mit höheren Kursgebühren rechnen.

Die Vhs erwirtschafte 80 Prozent ihres Umsatzes mit Teilnahmegebühren, erklärt Albrecht. Und das Budget sei knapp bemessen. Einen anderen Weg, der Steuer zu begegnen, als die Gebühren zu erhöhen, sieht sie nicht: „Wenn wir künftig eine höhere staatliche Förderung bekommen, würde sich die Katze in den Schwanz beißen.“ Im Ergebnis würde dann nur der bürokratische Aufwand steigen. Die Teilnahmegebühren könnten sogar noch weiter steigen, weil die Vhs mehr Personal bräuchte, sollte die Umsatzsteuer eingeführt werden. „Das würde unsere Buchhaltung gar nicht schaffen.“

Viele Kurse werden von Senioren besucht, die nicht mehr arbeiten

Albrecht findet: „Der Vorstoß der Bundesregierung ist eine Bedrohung.“ Sie hofft, dass der Bundestag das Vorhaben überdenkt. „Zu uns kommen Menschen, die zweckfrei neue Dinge lernen wollen.“ Über 80 Prozent des Angebots der Vhs im Würmtal sei nicht auf berufliche Weiterbildung gemünzt. Viele Kurse würden von Senioren besucht, die nicht im Berufsleben stünden oder von Jungen, die noch nicht arbeiteten. „Unsere Aufgabe ist es, alle Menschen ins Boot zu holen.“

Dass der Staat dieses Ansinnen erschweren will, stört Albrecht. Sie würde den Spieß gerne umdrehen und politische Kurse kostenlos anbieten können – statt Gebühren zu erhöhen. „Mehr Förderung wäre wünschenswert.“ Das, was aktuell geplant sei, wertet sie als kontraproduktiv. „Bildung ist wichtig.“ Sie ist froh, dass die Volkshochschulen in Deutschland in einem Verband organisiert sind und sich gemeinsam wehren können. Aber: „Wie es ausgeht, weiß man nicht.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Acht Kandidaten auf dem Podium
So spannend wie in Planegg werden die Kommunalwahlen im ganzen übrigen Würmtal nicht. Noch nie gab es acht Bewerber für das Bürgermeisteramt. Der Münchner Merkur holt …
Acht Kandidaten auf dem Podium
Alle wollen in den Vorstand
Mit 111 Jahren ist ihm gelungen, wovon andere Vereine träumen. Der Kraillinger Gartenbau- und Landespflegeverein hatte so viele Interessenten für seinen Vorstand, dass …
Alle wollen in den Vorstand
Würmtal-Newsletter: Hier geht es zur Anmeldung
Unser brandneuer Würmtal-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus dem Würmtal - hier geht es zur Anmeldung. 
Würmtal-Newsletter: Hier geht es zur Anmeldung
Lokalsport im Würmtal
Hier finden Sie einen Überblick über die Artikel zu den Sportereignissen im Würmtal. Der direkte Weg zum Lokalsport:
Lokalsport im Würmtal

Kommentare