Haushalt der Gemeinde Planegg

Zehn Millionen aus dem Sparstrumpf

  • schließen

Planegg – Die Gemeinde Planegg wird in diesem Jahr so viel Geld einnehmen wie nie. Durch einen Rekordwert bei der Gewerbesteuer kann sie mehrere Millionen Euro auf die hohe Kante legen.

Doch am Ende des kommenden Jahres könnten die Rücklagen trotzdem deutlich unter dem Stand von heute liegen. Nach bisheriger Planung der Verwaltung soll der Gemeinderat demnächst einen Haushalt für 2017 beschließen, der ein Volumen von rund 41 Millionen Euro hat. Und bei Weitem nicht alle vorgesehenen Ausgaben sind durch Einnahmen gedeckt.

Von den Mehreinnahmen aus der Gewerbesteuer – 24,5 statt geplanten 16 Millionen Euro  – will man rund fünf Millionen Euro den Rücklagen zuführen. Die würden damit auf 21 Millionen Euro steigen, könnten bis Jahresende 2017 aber schon wieder auf 10,7 Millionen Euro sinken. Allerdings nur, wenn tatsächlich alle im Haushalt vorgesehenen Projekte in den nächsten zwölf Monaten umgesetzt würden. Und daran glauben die wenigsten Mitglieder des Gemeinderates.

„Es ist ein Erfahrungswert, dass sich Projekte von selbst verschieben“, sagte Monika Schulz (SPD) im Finanzausschuss, der am Donnerstag beschloss, den Haushaltsentwurf dem Gemeinderat ohne wesentliche Änderungen zur Abstimmung vorzulegen. Schulz reagierte damit auf die Forderung von Peter von Schall-Riaucour, der im Namen der FDP-Fraktion mehrere Kürzungen und die Verschiebung einzelner Maßnahmen gefordert hatte. Konkret forderte von Schall-Riaucour, den Bau einer 300 000 Euro teuren Fahrradabstellanlage auf 2018 zu verschieben. Dieser Forderung, die sich aber durch den aktuellen Planungsstand wohl von selbst ergeben wird, schlossen sich mit Ausnahme von Schulz alle Mitglieder des Finanzausschusses an.

Dem geforderten Verzicht auf einen neuen, 70 000 Euro teuren Info-Pavillon am Rathaus fehlte eine Stimme. Für die übrigen Forderungen – darunter die Verschiebung des insgesamt fünf Millionen Euro teuren Betriebshof-Neubaus auf unbestimmte Zeit und eine pauschale Kürzung des Straßenbauetats um zehn Prozent – fand von Schall keine Unterstützung. Alle vorgeschlagenen Maßnahmen zusammen, so von Schall, könnten eine drohende Verschuldung der Gemeinde vermeiden oder herausschieben.

Peter Heizer (FWD) bezeichnete die FDP-Vorschläge als grundsätzlich nachdenkenswert, lehnte es aber ab, die Posten aus dem Haushalt und dem Investitionsprogramm zu nehmen. Es sei „notwendig, dass sie drinstehen, damit man Bescheid weiß, wenn Beratungen über einzelne Projekte anstehen.“

Die langfristige Planung von Kämmerer Peter Vogel beinhaltet eine Verschuldung der Gemeinde ab dem Jahr 2019. Der Ausblick sei dennoch positiv, sagte Vogel. Die Gemeinde werde in dieser Zeit nicht alles Geld verbauen können, das in die Finanzplanung eingeflossen sei. Die Gestaltung des Bahnhofsareals oder der U-Bahn-Bau müssten erst mal durch die Gremien.

Der größte Ausgabenposten ist auch 2017 die Kreisumlage mit 12 Millionen Euro. Dann folgen Personalkosten, die gegenüber 2016 um sechs Prozent auf 8,2 Millionen Euro steigen werden, und die Gewerbesteuerumlage mit vier Millionen Euro. Straßen- und Gebäudeunterhalt werden 2,2 Millionen Euro verschlingen. Die größte Baumaßnahe wird die insgesamt 11,4 Millionen Euro teure Sanierung der Grundschule, für die 2017 zwei Millionen Euro fällig werden. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

1000 Haushalte ohne Strom
Teile der Gemeinden Planegg und Gräfelfing waren am Mittwochabend zeitweise ohne Strom. Betroffen waren rund 1000 Haushalte entlang der Bahnlinie München-Mittenwald.
1000 Haushalte ohne Strom
Positive Bilanz der Dorffest-Veranstalter
Das Martinsrieder Dorffest 2017 war, nach drei Jahren Pause, aus Sicht der Veranstalter ein Erfolg, trotz der etwas widrigen Umstände.
Positive Bilanz der Dorffest-Veranstalter
Polizei hat viel Arbeit an warmen Abenden
Wenn die Temperaturen steigen, steigt auch die Zahl der Anrufe, die bei der Planegger Polizeiinspektion wegen zu viel Lärm eingehen. 
Polizei hat viel Arbeit an warmen Abenden
Neuer „Sonnenacker“ am Grenzsaum
Die Idee des Pflanzens und Erntens auf der eigenen Anbaufläche erfreut sich zunehmender Beliebtheit: Nun gibt es auch am Grenzsaum von Planegg zu Krailling einen …
Neuer „Sonnenacker“ am Grenzsaum

Kommentare