Zusätzliche Wohngebiete

Gemeinderäte wollen in sich gehen

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Die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans treibt die Planegger um. 70 Bürger besuchten am Donnerstag die Gemeinderatssitzung. Auf dem Programm stand der Billigungsbeschluss für den ersten Vorentwurf. So weit kam es nicht.

Planegg – Erst setzte sich Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21) mit dem Antrag durch, den Billigungsbeschluss nicht zu fassen: „Die Tagesordnung ist so überfüllt, dass wir kaum ernsthaft diskutieren können.“ Als die Sitzung vier Stunden währte und der Tagesordnungspunkt noch immer nicht erreicht war, bewilligte das Rund mit 17:6 Stimmen den Antrag Hermann Nafzigers (CSU) auf Vertagung. „Wir sollten als Gemeinderäte in uns gehen und überlegen, welche Flächen wir wie festlegen wollen“, sagte er.

Im neuen Flächennutzungsplan sollen zusätzliche Wohngebiete ausgewiesen werden. Vor allem ein in Privatbesitz befindlicher Acker im Grund und der Wall, der in Martinsried die Röntgen- von der Einsteinstraße trennt, werden kritisch gesehen. Dutzende Bürger aus dem Grund verfolgten die Sitzung.

Der Gemeinderat, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Ortsentwicklung auseinandergesetzt und unter anderem auf Basis eines aufwendigen Bürgergutachtens Leitlinien für die künftige Entwicklung verabschiedet hatte, befasste sich in diesem Rahmen auch mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Wenn wir nicht wollen, dass sich eine ganze Generation von Planeggern, die heute Ende 20 bis Anfang 40 ist, ihre Heimat verlassen muss, weil sie sich die Immobilienpreise nicht leisten kann, dann müssen wir etwas tun“, sagte Bürgermeister Heinrich Hofmann.

Das Planegger Bauamt präsentierte nun einen groben Zeitplan, der garantieren soll, dass die Ortsteile nicht punktuell durch zu viele zeitgleiche Maßnahmen belastet werden, und eine Reihenfolge bei der Entwicklung von Bauflächen vorsieht. Enthalten sind zum Großteil Flächen, die nicht in Gemeindehand sind und bei denen nicht unbedingt absehbar ist, ob und wann die Eigentümer einer Bebauung anstreben. Zunächst sollen Grundstücke in Gemeindebesitz wie in der Hofmarkstraße bebaut werden oder zwischen 2021 und 2023 das Areal am S-Bahnhof Nord. Insgesamt, so eine Schätzung des Bauamts, ließe sich in den kommenden fünf Jahren in Planegg geförderter Wohnraum für 250 und in Martinsried für 80 Einwohner gewinnen.

Die Priorisierung der Wohnraumentwicklung stieß auf Kritik. „Was Sie hier machen, ist ein Fahrplan über drei Generationen von Gemeinderäten. Das hat nichts im Flächennutzungsplan zu suchen“, sagte Fritz Haugg (FDP). Seine Fraktion stimmte geschlossen dagegen, das Monitoring des Einwohnerzuwachses in die Begründung des Flächennutzungsplans aufzunehmen. Sie unterlag mit 3:22 Stimmen.

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