Kommunalwahl 2020

Zwei grüne Wahlvorschläge für Planegg

  • Nicole Kalenda
    VonNicole Kalenda
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Die Grüne Gruppe 21 ist den Grünen nicht grün genug. Nach einem Gespräch steht fest, dass es bei der Kommunalwahl 2020 keine gemeinsame Liste geben wird. Der 2017 wiederbelebte Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen tritt eigenständig an.

Planegg – 2014 holte die Grüne Gruppe 21 als gemeinsamer Wahlvorschlag von Bündnis 90/Die Grünen, ÖDP und unabhängiger Bürgerinitiative vier der 24 Gemeinderatssitze. Mangels ausreichender Mitgliederzahlen existierte damals kein eigener Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen. Das änderte sich im Herbst 2017. Inzwischen komme man auf rund 20 Mitglieder, so Judith Grimme, neben Jürgen Peters Sprecherin des Ortsverbandes.

Auf Initiative von Herbert Stepp, Fraktionssprecher der Grünen Gruppe 21 im Gemeinderat, trafen sich nun beide Gruppierungen, um auszuloten, ob man nah genug beieinander ist für einen gemeinsamen Wahlauftritt. „Wie nicht anders zu erwarten, geht es nicht so weit zusammen“, sagt Stepp. „Wir haben mehr Realo-Charakter, die Grünen Fundi-Charakter. Bei uns ist das Überthema Nachhaltigkeit, was nicht nur Grün bedeutet. Wir streben immer nach Lösungen, die ökologische Machbarkeit, soziale Gerechtigkeit und Finanzierbarkeit vereinen.“ Dass es „durchaus Unterschiede in der Auffassung von grüner Kommunalpolitik“ gebe, betrachte man als Bereicherung: „Möglichst viel Grün kann erst mal nicht schaden.“

Das sieht auch Grimme so, sagt aber über die bisherige grüne Politik in Planegg: „Wir haben bestimmte Dinge vermisst.“ Und Peters ergänzt: „Es wäre wünschenswert, wenn die, die sich grün nennen, auch grün abstimmen.“ Peters gehörte bis 2018 selbst der Grünen Gruppe 21 an und ist noch bis zum Ende der aktuellen Wahlperiode im kommenden Frühjahr der erste Nachrücker, sollte ein Mitglied der Fraktion sein Mandat niederlegen. Das würde er jetzt aber als Grüner in Anspruch nehmen, denn Peters trat aus, als Wohnbebauung auf dem Martinsrieder Wall ein Thema wurde: „Die Grüne Gruppe 21 hat den Vorschlag gemacht, war Vorreiter und hat es bis heute nicht bereut.“ Peters sieht damit eine rote Linie überschritten: „Für einen Grünen ist der Wall tabu. Das sind 40 Jahre alte Bäume, eine Frischluftschneise für Martinsried. Da darf nichts gebaut werden.“ Auch gegen die am westlichen Ende des Walls diskutierte Gewerbebebauung habe sich die Grüne Gruppe 21 nicht vehement genug gewehrt. Peters: „Das war uns zu halbherzig.“

Stepp sieht bei der Ablehnung des angedachten Gewerbebaus durchaus einen Konsens. Grundsätzlich sagt er zum Wall: „Ich habe immer klargemacht, dass der Wall nur dann bebaut werden kann, wenn da noch Platz für ein Verkehrsmittel bleibt, das nicht auf der Straße fahren kann.“ Etwa eine Straßen- oder Seilbahn.

Sowohl die Grüne Gruppe 21, die seit 2002 im Gemeinderat vertreten ist, als auch Bündnis 90/Die Grünen planen ihre Aufstellungsversammlungen für Herbst. Bis dahin entscheidet sich bei beiden auch, ob sich ein Kandidat für den Kampf ums Bürgermeisteramt findet.

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