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Verstehen sich gut: der Planegger Elmar Wepper (l.) und Florian Gallenberger, der in Stockdorf aufwuchs und am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium Abitur machte. Am Montag kamen beide zur Premiere ihres gemeinsamen Films „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ ins Filmtheater Sendlinger Tor in München.

Kino

Zwei Würmtaler, ein Film

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Der eine lebt in Planegg, der andere hat dort Abitur gemacht: Nun haben Schauspieler Elmar Wepper (74) und Regisseur Florian Gallenberger (46) erstmals gemeinsam einen Film gedreht. „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ läuft am 30. August in den deutschen Kinos an.

Planegg– Mitte August 2017 begannen die Dreharbeiten, die 30 Tage dauerten. „Das war eine sehr dichte, kompakte und konzentrierte Arbeit“, sagt Wepper. In dem Monat lernte er Gallenberger, der 2001 für „Quiero ser“ den Oscar in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ erhielt, kennen und schätzen. „Jederzeit“ würde er wieder mit ihm zusammenarbeiten: „Er ist über seine zweifellose Kompetenz hinaus ein großartiger Regisseur, ein Schauspieler-Regisseur und guter Psychologe.“

Was Wepper nicht bewusst war: Die beiden waren sich Jahrzehnte zuvor schon einmal begegnet, bei den Dreharbeiten zu einer Folge der Krimiserie „Polizeiinspektion 1“, die ab 1977 in der ARD lief. Wepper spielte über Jahre hinweg den Polizisten Helmut Heinl, Gallenberger mimte einmal den Buben Maxl Altdorfer. „Ich hatte das gar nicht in Erinnerung“, so Wepper. Gallenberger habe ihn schließlich darauf hingewiesen.

Wepper verkörpert in der ersten Komödie Gallenbergers die Hauptfigur Schorsch Kempter, „einen griesgrämigen, grantigen bayerischen Mann, der auf keinen Fall über seine Gefühle spricht“, wie der Regisseur in einem Interview erklärte. „Eigentlich bin ich das überhaupt nicht“, so Wepper. „Es ist schön, so einen Charakter zu spielen, mit dem man sich reibt.“ „Gegen den Strich“ besetzt zu werden, reize ihn. Und die „Griesgrämigkeit und Lebensenttäuschung“ der Figur seien ihm privat glücklicherweise erspart geblieben.

Der Gärtner Schorsch steht kurz vor der Pleite, das Familienleben gestaltet sich schwierig. Als sein altes Flugzeug gepfändet werden soll, hebt Schorsch kurzerhand ab und begibt sich auf Abenteuerreise. Die Produktionsfirma spricht von einem „Roadmovie über den Wolken“. Wepper nennt „Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ einen „Wohlfühlfilm“. „Er hat etwas Zauberhaftes, Abgehobenes, trotzdem sind die Figuren geerdet. Der Film zieht seinen Charme aus seiner Leichtigkeit.“

Dass der gleichnamige Roman von Jockel Tschiersch schließlich verfilmt wurde, verdankt der Autor auch Wepper. Der las das Buch auf Empfehlung Luca Verhoevens, einer drei späteren Produzenten des Streifens. „Die Geschichte und die Figur gefielen mir“, so Wepper. 2016 machte er Benjamin Herrmann, der seit Jahren eng mit Gallenberger zusammenarbeitet und mit dem Wepper selbst die Kinoerfolge „Kirschblüten – Hanami“ sowie „Dreiviertelmond“ verwirklichte, bei einem Empfang auf den Roman aufmerksam.

Gallenberger nennt Wepper „einen der wichtigsten Gründe, warum wir den Film so gerne machen wollten. Elmar ist ja nicht nur ein wunderbarer Schauspieler, der besonders jetzt, in dem Alter, in dem er ist, geradezu aufblüht, sondern er ist auch ein großartiger Mensch, mit dem zu arbeiten für uns eine große Freude und Ehre war. Er gibt diesem Film seine Seele und keiner hätte das besser gekonnt.“

Ein Jahr nach dem Dreh trafen sich Gallenberger und Wepper am Montag bei der Premiere des Films in München wieder. Ebenfalls im Kinosaal saß Peter von Schall-Riaucour, Planegger Gemeinderat und selbst seit 30 Jahren in der Film- und Kinobranche tätig, aktuell als Verlagsrepräsentant der Filmfachzeitschrift „Blickpunkt: Film“. Von Schall-Riaucour war begeistert: „Elmar Wepper läuft in diesem Film wieder zur absoluten Höchstform auf. Ein Film, der ans Herz geht und das Gefühl gibt, seine Zukunft jederzeit neu gestalten zu können.“ Von Schall-Riaucour will nun den Bundesfilmpreisträger Wepper und den Oscar-Preisträger Gallenberger zu einer Sondervorführung des Films im Oktober ins Würmtal zu holen. Erste Gespräche habe er bereits geführt.

Während Wepper seit 25 Jahren in Planegg lebt, hat es Gallenberger inzwischen nach Berlin verschlagen. „Er kann sich gar nicht vorstellen, wieder ins Würmtal zurückzukehren“, sagt Wepper, der selbst seine Umgebung sehr schätzt. „Ich bin da jetzt reingewachsen. Ich mag es so, wie es ist.“ Er habe seinen Lieblingsitaliener in Planegg und genieße die Spaziergänge an der Würm mit Frau Anita und Hund Ferdinand. Und die Arbeit im heimischen Garten habe ihm indirekt bei der Darstellung des Gärtners Schorsch geholfen. „Wenn man 25 Jahre gartelt, wächst das in einen hinein.“ Nur als er einen Obstbaum beschneiden sollte, brachte ihn seine Erfahrung nicht weiter. „Wir haben keinen Obstbaum im Garten. Das musste ich mir zeigen lassen.“

Der Film

„Grüner wird’s nicht mehr, sagte der Gärtner und flog davon“ läuft im Filmeck in Gräfelfing, täglich um 19.45 Uhr, Samstag, Sonntag, Montag und Mittwoch zusätzlich um 17.30 Uhr.

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