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Der Bürgermeister und sein neuer „Kümmerer“: Heinrich Hofmann und Mohamed Chadid.

Planegg stellt Asyl-Koordinator an

Zur Betreuung der Asylbewerber in den Unterkünften in Planegg und Martinsried hat die Gemeinde eine neue Planstelle geschaffen. 

„Als wir die Stelle ausgeschrieben haben, wussten wir selbst nicht so richtig, was wir wirklich suchen“, sagt Bärbel Zeller, Öffentlichkeitsreferentin im Planegger Rathaus. Gefunden hat die Gemeinde jedenfalls Mohamed Chadid. Seine Stärken: Er kennt sich aus im Umgang mit unterschiedlichen Nationalitäten. Er spricht, neben anderen Sprachen, Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch. „Und er kann arabisch denken“, sagt Martin Götz. Der Leiter des Planegger Ordnungsamtes ist der Vorgesetzte von Mohamed Chadid, den die Gemeinde jetzt als Asyl-Koordinator angestellt hat. Der versteht nicht nur die Worte der meisten Menschen, für die er zuständig ist. Er kann aus eigener Erfahrung nachvollziehen, wie es ist, in Deutschland anzukommen. Auch wenn er einst der Liebe wegen kam, und nicht als Flüchtender.

Hinter Chadids Titel, der so technokratisch klingt, verbergen sich aber vor allem Aufgaben im praktischen und menschlichen Bereich. Er soll für die Bewohner in der Asylbewerberunterkunft beim Planegger Friedhof, und demnächst auch in Martinsried, der erste Ansprechpartner sein. Wochentags von morgens halb neun bis halb fünf am Nachmittag ist er abwechselnd an einem der Standorte zu finden. Er soll helfen, Lösungen für Probleme des täglichen Lebens zu finden: Techniker organisieren, wenn etwas defekt ist, Ratschläge geben für den Umgang mit Behörden und die Arbeitssuche, und Hilfestellung beim Verständnis der deutschen Lebenswirklichkeit.

Mohamed Chadid kam vor 16 Jahren aus seiner Heimatstadt Agadir in Marokko nach Deutschland. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung in der Tourismusbranche, arbeitete dann in verschiedenen Funktionen im Passagierbereich am Münchner Flughafen. Seit 2013 war er beim Malteser-Hilfsdienst in seinem Wohnort Gräfelfing angestellt. Seit 1. Juni arbeitet er nun, zunächst auf zwei Jahre befristet, für die Gemeinde Planegg.

„Wie sich das Stellenprofil weiter entwickeln wird, werden wir sehen“, sagt Bürgermeister Heinrich Hofmann. Im Moment, sagt Chadid, sei er vor allem mit Fragen zu alltäglichen Abläufen beschäftigt. „So etwas wie Mülltrennung gibt es in vielen Teilen der Welt einfach nicht.“ Als nächstes stünde eine Ausstattung der Unterkünfte mit W-LAN an.

Die Stimmung in der Unterkunft am Friedhof sei gut, berichtet Chadid nach knapp zwei Arbeitswochen. Die Verständigung mit den 72 Bewohnern funktioniere. Die wenigen, deren Landessprache er nicht beherrsche, könnten Englisch. Wenn in ein paar Wochen auch die Unterkunft im Parc de Meylan bezogen ist, wird Chadid für 128 Menschen der „Kümmerer“ sein, wie Bärbel Zeller den Asyl-Koordinator lieber nennen möchte. Das sei wohl am Treffendsten.

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