Motiviert und gut ausgebildet sind die 90 aktiven Feuerwehrmänner und -frauen in Planegg. Die Sollstärke liegt freilich bei 100 Einsatzkräften. Kommandant Martin Heizer startet deshalb eine Werbekampagne. Foto: bichlmeier

Planegger Feuerwehr gerät in Personalnot

Planegg - Teurer Wohnraum und Stress im G 8 zehren die Planegger Feuerwehr aus. Eine aufwendige Werbekampagne soll jetzt Abhilfe schaffen.

„Immer wieder ziehen gut ausgebildete Leute weg“, bedauert der Planegger Feuerwehr-Kommandant Martin Heizer. Heizer ist seit einiger Zeit in Kontakt mit der Gemeinde. „Wir sind da auf einem guten Weg“, meint er. Feuerwehrler bekommen nun auch Gemeindewohnungen zur Verfügung gestellt. „Aber die Gemeinde hat auch soziale Verpflichtungen, und deshalb ist es leider nicht ausreichend“, erklärt er. Das Problem bestehe weiterhin.

„Wir haben als Feuerwehr eine Sollstärke von über 100 Mitgliedern“, erklärt Heizer. Derzeit seien es gerade einmal 90. Seit zwei Jahren gehe es bergab. Dass kein Nachwuchs nachkommt, beschäftigt viele Feuerwehren. Aber das ist nicht so sehr Heizers Problem. Viele fingen mit zwölf Jahren an. „Aber wenn es dann auf dem Gymnasium schwierig wird, verlassen sie uns wieder.“ Heizer macht das G 8 dafür verantwortlich. Ausgebildete Feuerwehrler jeden Alters verlassen also den Verein. „Leistungsfähig zu bleiben, ist schwierig“, sagt Heizer deutlich.

Sorgen um ihre Sicherheit müssen sich die Planegger aber derzeit noch nicht machen. Tagsüber seien in der Regel 15 bis 20 Männer und Frauen in Bereitschaft. Das sei entscheidend. „Untertags verdoppelt sich die Bevölkerungszahl in Planegg, entsprechend mehr passiert dann“, erklärt der Kommandant. Im vergangenen Jahr seien zwei Drittel der Einsätze untertags angefallen. Und so bedankt sich Heizer ausdrücklich bei den Gewerbebetrieben vor Ort, die ihre Mitarbeiter immer wieder entbehren müssten.

Damit wieder mehr Menschen der Feuerwehr wohlgesonnen sind und diese tatkräftig unterstützen, startet Heizer nun eine massive Werbeaktion. Geworben werden soll explizit nicht nur um die Jugend, sondern ausdrücklich auch um ältere Planegger. Zeitungsannoncen, Großplakate, Übungen, an denen Interessierte teilnehmen dürfen, sind geplant. Ein Tag der offenen Tür findet wieder statt. Außerdem steht am 25. Juli in Martinsried die Fahrzeugweihe des neuen Kommandowagens an.

Was die schwächelnde Mannschaftsstärke der Planegger Feuerwehr im vergangenen Jahr etwas ausglich, war eine rückläufige Einsatzzahl. 2014 waren es 149, sonst immer 180 bis 200 Einsätze. „Wir hatten letztes Jahr kein Hochwasser und keine Unwetter“, erklärt Martin Heizer diese Bilanz. Er hofft, dass er den Mitgliederschwund im Griff hat, sollten es künftig wieder mehr Einsätze werden. Was die Ausbildung seiner Leute betrifft, bleibt er ebenfalls am Ball. Insgesamt 80 Lehrgänge haben die Planegger Feuerwehrler 2014 absolviert.

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