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„Man läuft bis zu 18 Kilometer am Tag“: Gruppenführer Lorenz Ernst (vorne) mit Polizeikollegen auf der Wiesn.

Planegger Polizisten im Einsatz auf dem Oktoberfest

Wiesn-Dienst: „Schön, aber fordernd“

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Wenn an diesem Montag das 183. Oktoberfest zu Ende geht, ist für Lorenz Ernst von der Planegger Polizeiinspektion vor allem auch eine arbeitsreiche Zeit vorbei.

Der 32-Jährige hat auf der diesjährigen Wiesn als Gruppenführer von sechs Polizisten gearbeitet. „Die Wiesn war deutlich ruhiger als die letzten Jahre, und die Arbeit ist eine gute Abwechslung zum normalen Streifendienst“, bilanziert Ernst. „Der Oktoberfest-Dienst ist zwar schön, aber dennoch fordernd. Man läuft bis zu 18 Kilometer am Tag und ist dann auch froh, dass der Stress wieder vorbei ist.“

Die Gruppe von Lorenz Ernst geht während des Oktoberfest-Diensts zum einen das Festgelände ab. Sie fungiert als Ansprechpartner für Touristen sowie andere Weg- und Hilfesuchende und kontrolliert zum Beispiel, wenn Besucher doch mit einem großen Rucksack oder Tasche unterwegs sind. Zum anderen wird die Gruppe von der Einsatzstelle auf der Theresienwiese zu Einsätzen beordert.

„Schlägereien und die Missachtung des Hausrechts sind da die Klassiker“, erzählt Ernst. „Vor allem beim Zeltschluss werden Meinungsverschiedenheiten schnell mal mit dem Maßkrug ausgetragen oder die Leute wollen nicht aus dem Zelt.“ Ein Pärchen griff Ernst und seine Kollegen bei einem solchen Gespräch zum Zeltverweis dieses Jahr unvermittelt mit Schlägen an. Ernst: „Manche Leute machen unter Alkohol-Einfluss Sachen, die man ihnen nicht zutrauen würde.“ Insgesamt gab es heuer aber deutlich weniger Gewalttaten, berichtet der Beamte. Er habe keine spektakulären Einsätze miterlebt. Auch insgesamt war es auf den Wiesn-Straßen ruhiger – was wohl sowohl am anfangs schlechten Wetter als auch an der Angst mancher Menschen vor Anschlägen liegt, vermutet Ernst. Die Besucher, die da waren, „wirkten aber unbeschwert und genossen das Fest“.

Besonders hat den Polizisten gefreut, dass viele Menschen die Beamten „positiv ansprachen“ und sich für die Arbeit der Polizisten bedankten. „Manchmal ist dann zum Beispiel der Sohn Polizei-Fan und freut sich, wenn man ihm kurz die Kappe aufsetzt.“ Diese positive Ansprache habe sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich vermehrt.

Lorenz Ernst arbeitet zum vierten Mal auf dem Oktoberfest. Er und seine Kollegen waren vor allem im Spät-Dienst von 16 beziehungsweise 18 Uhr bis zwischen 1 und 3 Uhr nachts tätig. Der Frühdienst geht von 10 bis 18 Uhr und ist meistens ruhiger als die Abend-Schicht. „Dann sind mehr Familien unterwegs und man kann entspannter über das Gelände schlendern.“

Fünf freie Tage gab es für Ernst und seine Gruppen-Kollegen während der Festzeit, von denen zwei ebenfalls sonst in der Planegger Inspektion arbeiten. Ein weiterer Planegger ist beim Oktoberfest-Notruf tätig. Zwei Ersatzleute aus der Inspektion stehen bereit, falls einer der Kollegen krank wird. Insgesamt waren 350 Polizisten in der Wiesn-Wache sowie 250 drumherum im Einsatz. Nach dem Oktoberfest gibt es für Lorenz Ernst keine große Verschnaufpause. Denn der Dienst in der Planegger Polizeiinspektion geht direkt nach der Wiesn wieder los.

Peter Seybold

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