Seniorenwohnungen müssen billiger werden

Die Gemeinde Planegg will neben dem Rathaus bezahlbare Wohnungen für Senioren schaffen. Bei der Ausstattung muss aber gespart werden.

Entstehen sollen die Wohnungen an der Josef-Beyerl-Straße östlich des Rathauses. Eine 100 Jahre alte Linde, die dem Bauprojekt im Weg steht, muss weichen. Ihr Verlust soll durch die Pflanzung zweier mehrjähriger Bäume im Garten der Anlage kompensiert werden. Dies beschloss der Gemeinderat jetzt mit 17:5 Stimmen.

Das Grundstück gehört der Gemeinde. Die Baugesellschaft München-Land ist Projektträger und bekommt das Areal im Erbbaurecht übertragen. 18 barrierefreie Wohnungen sollen dort entstehen. Ein erster Entwurf war zu teuer gewesen. Verwaltung und Architekt suchten nach Einsparungsmöglichkeiten. Da bei Seniorenwohnungen ein Stellplatz pro fünf Wohneinheiten reicht, schrumpfte die Tiefgarage von 18 auf zehn Stellplätze. Ursprünglich verglaste Laubengänge werden nun offen gestaltet. Das hat den Vorteil, dass die Sanitär- und Küchenräume natürlich belüftet werden können und damit die Kosten für eine Be- und Entlüftungsanlage entfallen. Die Streichungen lassen die geschätzten Kosten für das Vorhaben auf 3,5 Millionen Euro sinken.

Die Gemeinde muss sich laut Kalkulation bei einer Netto-Durchschnittsmiete von 9,16 Euro pro Quadratmeter nicht finanziell an dem Projekt beteiligen. Der Gemeinderat beschloss, die Wohnungen auch Menschen mit Behinderungen anzubieten, die das Seniorenalter noch nicht erreicht haben.

Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21) schlug vor, den Dreispänner nach Osten zu verschieben, um die alte Linde zu erhalten. Schließlich sei ein zentraler Punkt des kürzlich veröffentlichen Bürgergutachtens gewesen, das Grün zu erhalten. Technisch sei das durchaus möglich, so Ursula Janson vom Bauamt, „aber ein gerüttelt Maß teurer“. Gerhard Schleburg (CSU) fasste zusammen: „Die Idee ist gut, der Plan ist gut. Knackpunkt ist der Baum.“ Er votierte für eine Ersatzpflanzung. Monika Schulz (SPD) teilte seine Sicht: „Für mich geht auf dem Grundstück der Wohnungsbau vor.“ Alte Bäume habe man bereits auf dem danebenliegenden Bücherei-Areal erhalten können.

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