Planegger Stiftungsgründerin mit Bundesverdienstkreuz geehrt

- Sonja Ströbl fördert seit 13 Jahren Verkehrssicherheit

VON ANDREAS BRETTING Planegg - Joseph Ströbl engagierte sich für mehr Sicherheit im Verkehr. Seit 1991 lässt Sonja Ströbl das Anliegen ihres verstorbenen Mannes fortleben. Für ihr Engagement um Verkehrssicherheit wurde sie jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Planeggerin macht nicht viel Aufhebens um ihre Auszeichnung. "Ich bilde mir nichts besonderes darauf ein", sagt Sonja Ströbl. "Den großen Orden werde ich sowieso nie tragen."

Der Urgrund der heutigen Stiftung lag in der Spezialisierung ihres Mannes auf Verkehrsthemen. Schon 1956 forderte der Münchner Journalist einen S-Bahn-Tunnel, und bereits 1974 schlug er zur Entlastung der Stammstrecke den S-Bahn-Südring vor.

Ein Visionär also. Joseph Ströbl war Initiator des Münchner "Verkehrsparlaments", wo Journalisten und Verkehrsexperten aktuelle Probleme diskutieren. 1971 rief Joseph Ströbl die Aktion "Sicher zur Schule, sicher nach Hause" ins Leben.

Sonja Ströbl erinnert sich an die weiten Reisen, die sie mit ihrem Mann unternommen hat. Viele gefährliche Situationen hätten sie dabei gesehen. "Das brachte uns erstmals auf den Gedanken, Geld für Menschen zu geben, die Unfallopfern helfen." Doch zunächst ruhte die Idee.

Bis zu dem Tag, an dem Sonja Ströbl den letzten Willen ihres Mannes las. Er überließ ihr die Entscheidung zwischen dem Einrichten einer Stiftung und dem privaten Verbrauch des Geldes. Nachdem es keine notleidende Verwandtschaft gab, sei ihr die Entscheidung leicht gefallen: "Ich habe mich schon immer sehr für die Ideen meines Mannes interessiert."

Seit 1991 werden jährlich drei Förderpreise der Joseph-Ströbl-Stiftung vergeben. Das Preisgeld von 10 000 Euro teilen sich immer ein Mediziner, ein Verkehrstechniker und ein Journalist. Heurige Preisträger waren Dr. Erwin Stolpe, Arzt der Luftrettung in Harlaching, Manfred Schweigert, der Ablenkungen beim Blick des Autofahrers untersuchte, und Rita Bourauel, die Leiterin des Verkehrswacht-Magazins "mobil und sicher".

"Junge Menschen zu fördern ist eine großartige Sache", findet Sonja Ströbl. Oft wurden Verkehrsforschungen von Studenten ausgezeichnet, die später hohe Positionen erreichten.

Heute ist Sonja Ströbl stellvertretende Vorsitzende "ihrer" Stiftung, deren Vorsitz TU-Professor Otto Meitinger innehat. "Auch wenn die Organisation und die Auswahl der Preisträger Arbeit machen, ist mir das Ganze sehr wichtig," betont Sonja Ströbl. "Ich freue mich, dass dadurch die Ideen meines Mannes weiterleben."

Das persönliche Engagement der Planeggerin lässt keinen Zweifel: Auch über ihre Lebenszeit hinaus soll die Joseph-Ströbl-Stiftung weiter bestehen. "Ein bisschen was hab` ich schon bewegt", lächelt sie bescheiden.

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