Planegger Traditionsbier lebt beim Starkbieranstich wieder auf

- "Hubertus-Bock" geht auf Rezeptur der Schlossbrauerei zurück

VON ANDREAS BRETTING Planegg - Fastenzeit ist Starkbierzeit: Diese Formel muss in Bayern niemandem buchstabiert werden. Schon gar nicht in Planegg, wo bis 1929 die Schlossbrauerei ein eigenes Heimatbier braute.

Neben dem heutigen Archivgebäude der Staatsbibliothek und dem Jugendtreff Waaghäusl verläuft nicht umsonst die Bräuhausstraße. Bis 1929 lag hier tatsächlich der würzige Geruch frischer Maische in der Luft.

Auch wenn die Planegger Schlossbrauerei der Vergangenheit angehört, ist eine wesentliche Planegger Erfindung immer noch in aller Biertrinkers Munde: Der legendäre "Hubertus-Bock".

In den 30er Jahren wurde das Planegger Biersortiment von der Münchner Pschorrbrauerei übernommen, die sich ihrerseits 1972 mit Hacker zusammenschloss. Kein einziges der Planegger Traditionsbiere überlebte die turbulenten Zeiten, mit Ausnahme des Hubertus-Bocks. "Früher war er etwas dunkler, eher goldbraun, fast schon wie ein Altbier gefärbt", erinnert sich Heide-Volm-Wirt Georg Heide.

16,3 % Stammwürze, dazu 6,8 % Alkohol und 308 Kalorien zeichnen die stärkste Hacker-Pschorr-Halbe aus. Diese technische Analyse ist dem Kenner egal: "Im Unterschied zu den Münchner ,ator`-Bieren haben wir hier einen hellen Bock", unterstreicht Georg Heide.

Für den Bierkenner - und genauso auch für den Wirt - liegt der Vorteil gleich auf der Zunge. Während der dunkle Bock leicht süß ist und ein sättigendes Gefühl hinterlässt, erlaubt der leicht herbe, frische Geschmack des hellen Bocks gleich noch eine zweite Halbe dazu.

"Der Hubertus-Bock ist ein schönes Frühjahrsbier, das auch gerne im Biergarten getrunken wird", schwärmt Georg Heide. Deshalb lässt der Biertempel-Chef noch zwei Tage folgen, an denen der "heimische Bock" so richtig gefeiert wird: Am Ostersonntag und am 1. Mai wird es ebenfalls Blasmusik zum Starkbier geben.

Nur in diesen Wochen kommt das Bockbier frisch vom Fass auf den Tisch. Auch dies ist eine Verneigung an die Biertradition, denn vom Fass gezapft wird der Hubertus-Bock nur in Planegg und nirgends sonst auf der Welt.

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