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Fast jede zweite aufgeklärte Unfallflucht im Würmtal wurde 2013 von Fahrern ab 65 Jahren begangen. (Symbolbild)

Unfall-Statistik

Polizei: Unfallflucht bei Senioren häufiger

Die Zahl der Unfallfluchten im Würmtal geht leicht zurück. Auffällig ist, wie häufig Senioren nach einem Parkrempler den Ort des Geschehens verlassen

Noch liegt die endgültige Unfallstatistik des vergangenen Jahres nicht vor. Doch schon jetzt ist klar, dass die Zahl der Unfallfluchten im Würmtal leicht zurückgegangen ist. So gab es 2014 rund 270 Fälle. Im Vorjahr lag die Zahl mit 305 deutlich höher. 2012 hatte die Planegger Polizei in ihrem Gebiet noch 269 Fahrerfluchten verzeichnet.

Die Aufklärungsquote lag bei rund 40 Prozent und ähnelt damit dem Jahr 2012. Damals konnten die Beamten insgesamt 103 Fälle aufklären. „Oft melden sich Zeugen, die den Unfall beobachtet haben“, berichtet Siegfried Janscha, Leiter der Planegger Polizeidienststelle. Bei größeren Schäden erkundigt sich die Polizei in Werkstätten nach auffälligen Fahrzeugen oder setzt die Spurensicherung ein.

Allein in Gräfelfing gab es vergangenes Jahr rund 100 Fahrerfluchten. Vor allem beim Ein- und Ausparken vor Geschäften kracht es häufig. Das macht sich auch in Planegg bemerkbar, wo es letztes Jahr rund 90 Fälle gab. Besonders betroffen ist dabei die Bahnhofstraße.

Auffällig ist der hohe Anteil an Senioren, die einen Unfallort verlassen, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Von den insgesamt 120 Fahrerfluchten, die 2013 aufgeklärt werden konnten, waren 58 Personen über 65 Jahre alt. 33 davon waren über 75. „Die älteren Bürger bemerken oft gar nicht, dass sie einen Schaden angerichtet haben“, so Janscha.

Die Unfallflüchtigen müssen in der Regel mit einer Geldstrafe rechnen. „Dabei wird auch berücksichtigt, wie sich jemand nach der Tat verhalten hat“, erklärt der Gräfelfinger Anwalt Henning Störmer, der sich unter anderem auf Strafrecht spezialisiert hat. So könne es sich strafmildernd auswirken, wenn ein Unfallflüchtiger Reue zeigt und sich nachträglich bei der Polizei meldet.

Aber auch andere Faktoren spielen hinsichtlich der Strafe eine Rolle. Während die vom Gericht verhängten Tagessätze vom Schaden abhängen, bemisst sich die zu zahlende Summe nach dem Verdienst des Täters. 30 Tagessätze ergeben in der Regel ein Netto-Monatseinkommen.

„Noch ärgerlicher als eine Geldstrafe ist für viele der Entzug der Fahrerlaubnis“, so Störmer. Das kann zum Beispiel bei einem Sachschaden in Höhe von etwa 1300 Euro der Fall sein. Im Gegensatz zu einem Fahrverbot muss man nach Ablauf einer Sperrfrist erst dafür sorgen, wieder zum Führen von Fahrzeugen berechtigt zu sein.

Entfernt sich der Unfallverursacher vom Ort des Geschehens, obwohl ein Mensch zu Schaden gekommen ist, droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Abgesehen davon sei diese Maßnahme aber eher selten. Henning Störmer: „Handelt es sich um einen Sachschaden, bleibt es meist bei einer Geldstrafe.“

kp

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