Erster Polizeihauptkommissar Thomas Sorgalla lehnt an auto vor Polizeiinspektion Planegg
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Erster Polizeihauptkommissar Thomas Sorgalla: „Spätestens wenn es auf Mitternacht zugeht, kontrollieren wir prinzipiell jeden“, sagt der Inspektionsleiter.

Kontrollen an Silvester

Polizei verspricht Augenmaß und Konsequenz

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Mit gewissem Augenmaß und zugleich der nötigen Konsequenz wird die Polizei in der Silvesternacht über die Einhaltung der geltenden Regelungen wachen. Und mit mehr Personal als sonst.

Würmtal – Die kommende Silvesternacht wird in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche. Zwischen 21 und 5 Uhr gilt bekanntlich in Bayern eine Ausgangssperre, die über die sonstigen Ausgangsbeschränkungen des derzeitigen Lockdowns hinausgeht, also etwa auch Spaziergänge und Sport im Freien verbietet. Die Planegger Polizeiinspektion ist in der Silvesternacht mit erhöhter Präsenz im Einsatz. „Wir werden die Ausgangssperre natürlich umsetzen und durchsetzen“, kündigt Erster Polizeihauptkommissar und Inspektionsleiter Thomas Sorgalla an.

Konkret heißt das: Die Würmtaler Beamten, die generell in Silvesternächten mit mehr Personal arbeiten, haben noch mal „ein bisschen mehr“ Kollegen im Dienst als bei anderen Jahreswechseln. „Wir schauen nicht um Punkt 21 Uhr auf die Uhr und schreiben ab 21.05 Uhr sofort jeden auf. Spätestens wenn es dann auf Mitternacht zugeht, kontrollieren wir aber prinzipiell jeden, der unterwegs ist und den Streifen begegnet“, sagt Thomas Sorgalla – also nicht nur zum Beispiel Jugendliche, die offensichtlich mit Alkohol beim Feiern sind.

Jeder Einzelfall wird geprüft

Die Beamten prüfen dann jeden Einzelfall, und die oder der Betreffende muss einen triftigen Grund angeben, warum sie oder er noch unterwegs ist. Ein solch triftiger Grund kann zum Beispiel der Weg von oder zur Arbeit sein, die Begleitung Sterbender oder die Fahrt ins Krankenhaus wegen eines medizinischen Notfalls. Auch die Krankenschwester, die auf dem Weg zum Dienst ist, wird daher wohl in der Nacht überprüft – „denn das wissen wir ja vorher nicht“, sagt Thomas Sorgalla. Einen speziellen örtlichen Schwerpunkt für die Kontrollen gibt es im Würmtal nicht.

„An Weihnachten war es nachts sehr ruhig. Silvester hat aber natürlich noch einmal einen ganz anderen Charakter, und die Nacht ist daher schwer einzuschätzen. Es ist prinzipiell die ganze Bandbreite möglich – von einer sehr ruhigen Nacht bis zu vielen Einsätzen“, sagt Thomas Sorgalla.

Insgesamt ist der Planegger Inspektionsleiter mit dem bisherigen Verlauf des zweiten Lockdowns zufrieden. Die meisten Würmtaler hielten sich an die Vorgaben. „Nur zu Beginn hatte es sich noch nicht eingespielt, und wir hatten bis zu 20 Verstöße pro Nacht“, berichtet Sorgalla. Dies seien meist Bürger gewesen, die trotz der nächtlichen Ausgangssperre – und nicht Ausgangsbeschränkungen – angeblich mal schnell Zigaretten holen oder sich die Beine vertreten wollten.

Regeln müssen inzwischen jedem bekannt sein

„Es kommt natürlich immer auf den Einzelfall an. Tendenziell zeigen wir aber nun konsequenter an“, sagt Sorgalla. Denn seit Beginn der Corona-Ausnahmesituation sei viel Zeit vergangen, die Regeln müssten daher jedem bekannt sein. „Wer sich jetzt noch nicht daran hält, tut dies meist mutwillig, und was sollen wir in diesen Fällen groß zu diskutieren und zu belehren anfangen?“

Spätestens seit Weihnachten sei es jedenfalls merklich ruhiger etwa auf den Bahnhofstraßen in Gräfelfing und Planegg, hat der Polizist beobachtet. „Trotzdem ist meine persönliche Meinung, dass die Leute sich zwar an die Regeln halten, aber doch tagsüber mehr draußen sind als beim ersten Lockdown. Da war ich bei der Fahrt in die Dienststelle oft fast alleine auf manchen Straßen, nun ist doch deutlich mehr Verkehr.“

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