Post kündigt ihrem Agenturpartner

- Peter Jandl sieht Existenzgrundlage entzogen / Joachim Merz sieht Vorteile

VON THERES MÜLLER Stockdorf/Krailling - Ist die Rede von der Deutschen Post, so sieht so mancher nicht zwingend gelb, sondern rot. Im Fall von Peter Jandl scheint dies sogar nachvollziehbar. Denn Jandl, der gegenwärtig eine Post-Agentur in Stockdorf betreibt, droht das geschäftliche Aus. Der Grund: Jandl weigerte sich im April diesen Jahres, die neuen Postverträge zu unterzeichnen. Er wollte dadurch, mit zahlreichen anderen Post-Agentur-Betreibern, der "Willkür von oben" die Stirn bieten.

Ausschlaggebend war, so seine damalige Überzeugung, die zukünftig pauschale Vergütung diverser Postleistungen könne erhebliche finanzielle Verluste für sein Geschäft bedeuten. Für seine konsequente Haltung flatterte ihm vonseiten der Deutschen Post nun postwendend die Kündigung jedweder vertraglichen Bindungen ins Haus. Die Angelegenheit lasse er gegenwärtig vom Bundeskartellamt prüfen, sagt der Würmtaler. Eine Negativ-Entscheidung ziehe jedoch Konsequenzen nach sich, die für Jandl zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar seien. Fest steht: Mit der Vertags-Kündigung zum 31. Oktober 2003 würden in etwa 80 Prozent seines monatlichen Geschäftsaufkommens wegbrechen.

"Auch wenn ich versuche, weiter zu machen.", so Jandl, "findet sich nichts, mit dem ich den Verlust meines Hauptgeschäfts auffangen kann. So wird dieser Laden nicht überleben". Und das trotz beziehungsweise samt verschiedener Dienstleistungsangebote - von Lotto-Annahmestelle über Kopier- und Faxmöglichkeit bis hin zu Textilreinigung und Presse, prognostiziert Jandl.

Eine ganz andere Meinung vertritt nur wenige Kilometer nord-östlich Joachim Merz, Inhaber der Kraillinger Post-Agentur. Von den so genannten "Knebel-Verträgen", mit denen die Deutsche Post AG private Agenturen angeblich schröpft, will Merz nichts wissen. Für ihn sind die neuen vertraglich festgesetzten und Rechtskräftige Reglements

nunmehr rechtskräftigen Reglements nicht nur in Ordnung, sondern gut durchdachte Regelwerke. Das größte Positiva sieht Merz in der Pauschalisierung der privaten Post-Dienstleistungen. Damit, so Merz, könne jede Agentur mit festen Provisionen am Monatsende kalkulieren.

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