Den Bayerischen Biodiversitätspreis überreichte Umweltminister Thorsten Glauber im Botanischen Garten in München an Judith Voit (r.) und Antje Goettgens vom Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium.
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Den Bayerischen Biodiversitätspreis überreichte Umweltminister Thorsten Glauber im Botanischen Garten in München an Judith Voit (r.) und Antje Goettgens vom Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium.

Auszeichnung für das Feodor-Lynen-Gymnasium

Preisgekrönte Natur zum Anfassen

  • Victoria Strachwitz
    VonVictoria Strachwitz
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Die Wildbienen am Planegger Feodor-Lynen-Gymnasium haben es gut, weil Schüler sich um ihr Wohl bemühen. Dafür gab es jetzt einen Preis.

Planegg – Harte Arbeit lohnt sich. Schüler und Lehrer des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums (FLG) wurden jetzt mit dem Bayerischen Biodiversitätspreis ausgezeichnet, weil sie sich in ihrem Schulgarten vorbildlich für eine größere Insektenvielfalt einsetzen. 1000 Euro ist der dritte Preis des Bayerischen Naturschutzfonds wert. Doch wer glaubt, dass es dafür nach der Preisverleihung im Botanischen Garten in München jede Menge Eis für die Schüler zur Belohnung gab, der irrt. Es ist weiter viel zu tun, und so ging die zuständige Lehrerin Judith Voit nach der Veranstaltung erst einmal mit einem Teil des Geldes in den Baumarkt und besorgte Werkzeug und eine Schubkarre. Das Geld soll der Natur zugutekommen.

Garten 15 Jahre sich selbst überlassen

Auf den Lorbeeren wird sich nicht ausgeruht. Keinesfalls soll es so enden, wie beim letzten Mal. Bei einem Wettbewerb für alle bayerischen Schulgärten habe das FLG 1988 den ersten Platz belegt, erzählt Voit. Damals sei der Garten perfekt gewesen. Doch als die Lehrerin für Biologie sowie Natur und Technik vor drei Jahren die Verantwortung für das 0,5 Hektar große Gelände übernahm, erinnerte wenig daran. 15 Jahre lang war das vormals preisgekrönte Areal sich selbst überlassen worden und durfte von Schülern nicht betreten werden. „Wir haben die Chance, das zu reaktivieren“, sagt Voit und machte sich gemeinsam mit ihrer Kollegin Antje Goettgens und den Schülern der Wahlfächer Schulgarten und Imkerei sowie von zwei P-Seminaren ans Werk. Zwei verlandete Teiche gruben sie wieder aus und versetzten sie in ihren ursprünglichen Zustand. Sie mähen, pflanzten und kümmern sich um die Obstbäume. Und seit die Gemeinde Planegg die Wildbienen auf dem Gelände kartieren ließ, sorgen die Schüler dafür, dass die Bienen auch die Wildblumen vorfinden, die sie gerne haben.

Die Schüler sind stolz

„Das Ziel ist es, den Garten so zu entwickeln, dass er für blütensuchende Insekten interessanter ist“, erklärt Voit. Es soll dort auch künftig möglichst wild aussehen, aber zugänglich sein. Wenn Judith Voit mit der fünften Klasse das Ökosystem Grünland oder mit der sechsten die Teiche durchnimmt, dann kann sie jetzt sagen: „Wir brauchen nur rausgehen. Das ist Natur zum Anfassen.“ Der Preis macht das Glück jetzt perfekt. Und „die Schüler sind stolz“, freut sich Voit.

Die Bewerbung für den Preis hatte die Lehrerin im Januar 2020 eingereicht. Dann kam Corona. Die Folge: „Ich habe viel die Sense geschwungen.“ Denn Wahlfächer fanden keine mehr statt. Jetzt weiß Voit umso besser, was es heißt, ein Projekt gemeinsam zu stemmen: „Mit sechs bis acht Schülern kriegt man mehr hin als ich alleine in der doppelten Zeit.“

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