Ulrich Wagner, Präsident des Rotary Clubs Gauting-Würmtal, und Gemeinwohlbeauftragte Astrid Klinger (li.) überreichen Doris Unterreitmeier den Hartmut-Johnsen-Preis. 
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Ulrich Wagner, Präsident des Rotary Clubs Gauting-Würmtal, und Gemeinwohlbeauftragte Astrid Klinger (li.) überreichen Doris Unterreitmeier den Hartmut-Johnsen-Preis.

Rotary Club zeichnet Hospizverein Würmtal aus

Preiswürdiges Engagement

Der Rotary Club Gauting-Würmtal zeichnet mit dem Hartmut-Johnsen-Preis den Hospizverein Würmtal aus. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert.

Würmtal – Freudestrahlend nahm Doris Unterreitmeier, die Vorsitzende des Hospizvereins Würmtal, die Auszeichnung für ihre ehrenamtlichen Hospizhelfer entgegen. Auch wenn die Übergabe coronabedingt völlig unspektakulär über die Bühne ging. Vor Unterreitmeiers Jahn-Apotheke in Lochham überreichte Präsident Professor Ulrich Wagner ihr den mit 2500 Euro dotierten Hartmut-Johnsen-Preis des Rotary Clubs Gauting-Würmtal.

Heuer schon 40 schwerkranke Patienten begleitet

„Selbstbestimmt leben bis zuletzt“ – das große Anliegen des 1996 gegründeten Hospizvereins Würmtal werde mit diesem Preis finanziell unterstützt, betonte die Gemeinwohlbeauftragte des Clubs, Astrid Klinger. „Wir unterstützen schwerkranke Menschen, damit sie bis zuletzt zu Hause bleiben können“, erklärte Doris Unterreitmeier. Um Angehörige zu entlasten, stünden derzeit 25 ausgebildete Ehrenamtliche bereit. Und der Bedarf an Unterstützung wachse. „Allein in diesem Jahr haben wir 40 schwerkranke Patienten begleitet.“

Ausbildung mit Kursen und Praktika

Palliativ-Care-Kraft Andrea Ossimitz koordiniert die Einsätze der Ehrenamtlichen. In Kursen und mit Praktika werden die Würmtaler Hospizbegleiter aus allen Altersgruppen vorab gut ausgebildet – „als Gesprächspartner für schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige“. Dieses wichtige Ziel will der Gautinger Rotary Club mit dem nach seinem verstorbenen Gründer Hartmut Johnsen benannten Preis heuer fördern.

Vor allem Demenzkranke benötigen Unterstützung

Das Preisgeld solle für „die Finanzierung der Ausbildung und der Supervision von Ehrenamtlichen, die Demenzkranke begleiten“, verwendet werden, erklärte Doris Unterreitmeier. Denn vor allem Demenzkranke und deren Angehörige benötigten Unterstützung durch ausgebildete Ehrenamtliche. Dabei sei auch die Entlastung der Angehörigen wichtig, die durch die Pflege oft an ihre Belastungsgrenzen kommen.

Dickes Lob für Ehrenamtliche

Das habe sie mit ihrer eigenen Großmutter erlebt, schilderte die Vorsitzende. Diese sei „noch mit über 80 Jahren“ ohne Probleme über den Gartenzaun geklettert und von zu Hause entwichen. „Für Angehörige ist das nicht angenehm“, sagte Unterreitmeier, die auch Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Johannes Evangelist Lochham und CSU-Gemeinderätin in Gräfelfing ist. In solchen „Extrem-Situationen“ helfe der freundschaftliche Austausch mit Hospizhelfern weiter, deshalb: „Ein dickes Lob an unsere Ehrenamtlichen.“ Die Apothekerin ist selbst ausgebildete Hospizhelferin. „Ich habe meine Tante im Sterbeprozess begleitet“, sagt sie.

Mit dem Ambulanten Hospizdienst Gauting arbeite der Verein sehr gut zusammen, betonte Unterreitmeier. „Wenn unsere Koordinatorin mal ausfällt, übernimmt auch die Gautinger Einsatzleiterin Marion Jettenberger bei uns Kurse.“

Christine Cless-Wesle

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