Projekt Fuchsbandwurm: Planegg will Druck auf Freistaat machen

Planegg - Die Gemeinde Planegg wird sich bei der Bekämpfung des Fuchsbandwurms weiter finanziell engagieren. Allerdings nur mit 10000 statt der beantragten 11800 Euro.

Angesichts der prekären Haushaltslage stimmte der Umweltausschuss diesem Beschluss aber nur unter großen Bauchschmerzen zu. Mehrere Gemeinderäte attackierten im Zuge der Debatte den Freistaat scharf.

Das Projekt Fuchsbandwurm läuft im Würmtal inzwischen seit zehn Jahren. Durch die kontinuierliche Auslage von Ködern konnte die Technische Universität München die Befallsrate von Füchsen im Würmtal von damals 52 auf annähernd null Prozent reduzieren. Die Gemeinde Planegg hat bisher 100 000 Euro in die Bekämpfung des Parasiten investiert. Da die Köder nicht mit einem Impfstoff, sondern einem Medikament gefüllt sind, muss die Auslage kontinuierlich fortgesetzt werden, um die Befallsrate niedrig zu halten. Projektleiter Andreas König beantragte in Planegg deshalb für das Jahr 2012 einen Zuschuss in Höhe von 11 800 Euro. Am Montag behandelte der Umweltausschuss das Anliegen Königs.

In früheren Jahren winkten die Gemeinderäte den Zuschuss rasch durch, doch heuer sitzt das Geld nicht mehr so locker wie einst. „Aufgrund der Haushaltslage“ sprach sich Thomas Roy (SPD) sogar dafür aus, die Beköderung in Planegg dieses und kommendes Jahr auszusetzen. Seine Fraktionskollegin Monika Schulz widersprach. „Wenn wir jetzt pausieren, besteht die Gefahr, dass die Befallsrate wieder ansteigt.“

Diese Gefahr bestehe durchaus, stimmte König zu. Zumal die Gemeinde in zwei Jahren deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müsste, um die Befallsrate wieder gegen Null zu senken. Bürgermeisterin Annemarie Detsch stellte fest: „Wir können nie wieder mit der Beköderung aufhören.“ Sie nannte es „dreist“, dass der Freistaat sich beim Thema Fuchsbandwurm aus der Verantwortung stehle. „Die Entwurmung ist keine kommunale Aufgabe. Das ärgert mich maßlos.“

Anneliese Bradel (Gruppe 21) versuchte, die Kosten zu relativieren. „Die Sicherheit unserer Bürger sollte uns das wert sein. Pro Jahr und Bürger ist das nur ein Euro.“

Monika Schulz schlug vor, sich bei Landkreis und Freistaat um eine Förderung zu bemühen, und stellte einen entsprechenden Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Thomas Roy sagte, Planegg müsse sich „Bundesgenossen suchen und massiv beim Freistaat vorstellig werden“. Dem stimmten die Kollegen zu.

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