Regionalplan der Region München

Protest gegen größeren Grünzug

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Krailling wehrt sich gegen den Regionalplan der Region München. Konkret geht es um den Grünzug nach Pentenried. Gegenstimmen kommen von den Grünen.

Krailling – Die Gemeinde Krailling will sich in ihrer städtebaulichen Entwicklung nicht einschränken lassen und wehrt sich gegen die in der Fortschreibung des Regionalplans der Region München beabsichtigten Festsetzungen. Darin ist nach aktuellem Stand vorgesehen, den regionalen Grünzug von Krailling über das Gewerbegebiet KIM hinaus bis nach Frohnloh und Pentenried auszudehnen. Der Kraillinger Gemeinderat hat dagegen jetzt im Rahmen des laufenden Beteiligungsverfahrens klar Position bezogen.

Durch die Einbeziehung nahezu des gesamten Gemeindegebietes werde die Kommune „in ihrer planerischen Gestaltungsfreiheit und damit in ihrer Planungshoheit in einem ganz erheblichen Umfang eingeschränkt“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Gemeinde fordere deshalb, die bereits bestehenden Siedlungsbereiche der KIM und die Ortsteile Pentenried und Frohnloh aus dem regionalen Grünzug herauszunehmen. Angrenzend an die Siedlungsränder müssten zudem ausreichend Flächen für die künftige Entwicklung freigehalten werden – auch im Hinblick auf den Hauptort.

Der Bereich des Kreuzlinger Forstes gilt bekanntlich als erhaltens- und schützenswerter Grünzug, da er zum Frischluft-Einzugsbereich im Südwesten der Landeshauptstadt München gehört. Die Stellungnahme fand im Gemeinderat deshalb nicht nur Befürworter. Adrienne Akontz (Grüne) erklärte, der regionale Grünzug habe sich im Hinblick auf seine Ausdehnung nicht groß geändert. Man brauche deshalb keinen Änderungsantrag. Ihr Parteikollege Werner Engl wies darauf hin, dass man dann auch den Nachbargemeinden zugestehen müsse, Ortsteile wie Buchendorf, Ober- und Unterbrunn sowie Geisenbrunn aus dem regionalen Grünzug herauszunehmen. Werner Engl: „Und dann bleibt nichts übrig.“

Sebastian Sefzig (FDP) sah dies anders. „Es ist nicht der richtige Schritt, zu sagen, Krailling bleibt, wie es ist.“ Angesichts des Siedlungsdrucks könne man nicht einzig auf Innenverdichtung setzen; vielmehr müsse man sich auch die Option offen halten, „kleinräumig zu erweitern“. Kraillings Bauamtsleiter Helmut Mayer konstatierte, dass die Landeshauptstadt München im nächsten Jahrzehnt in der Größenordnung der Stadt Augsburg wachsen werde. „Und Krailling wird dann nicht ungeschoren davonkommen.“

Die Stellungnahme wurde schließlich gegen neun Stimmen aus Reihen der Fraktionen von FBK, SPD und Grünen abgesegnet.

Andreas Deny

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