Impfen gegen die aktuelle Influenza-Welle halten die Kinderärzte im Würmtal noch für sinnvoll, auch wenn es bis zu zwei Wochen dauert, ehe der volle Schutz eintritt. Foto: dpa

Bis zu 35 Prozent Krankmeldungen: Grippewelle erreicht Würmtaler Schulen

Würmtal - An den Schulen im Würmtal steigt die Zahl der Krankmeldungen in den letzten Tagen stark an. Die Gesundheitsämter diagnostizieren eine nahende Grippewelle.

In der Grundschule Martinsried sind schon in der vergangenen Woche viele Plätze leer geblieben. Seit Montag häuft sich auch an anderen Schulen im Würmtal die Zahl der Krankheitsfälle. Nicht nur Schüler, auch Lehrer bleiben in nicht unerheblicher Zahl zuhause.

„Ein Drittel der Schüler und Lehrer ist im Moment krank“, sagt Margit Baran-Lander, Rektorin der Grundschule Martinsried. In der vergangenen Woche war eine Klasse bis auf zehn Schüler geschrumpft. An der Volksschule Planegg, wo Eltern, wie auch in Gräfelfing und Lochham, ihre Kinder seit Montag vermehrt zuhause behielten, ist es noch nicht so gravierend. Doch auch hier fehlte an den ersten beiden Tagen der Woche jeder siebte Schüler. Zudem müssen die Planegger Schulleiterin Eva Reindl und ihr Kollegium gerade vier Lehrkräfte ersetzen. Mit Verstärkung aus der mobilen Reserve des Kultusministeriums ist kaum zu rechnen. Auch hier greift die Krankheitswelle um sich.

Die Symptome sind vielfältig. Einige Kinder haben Magenbeschwerden, andere zeigen Anzeichen klassischer Erkältungen. Nicht immer deuten die Erscheinungen gleich auf eine echte Grippe, die Influenza, hin. Die erkennt man vor allem an ihrem schlagartigen Auftreten. In kürzester Zeit steigt dann das Fieber an. „Das fließt allerdings ineinander über“, erklärt Dr. Gerhard Schmid, Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis München. „Bakterielle Erkrankungen pfropfen sich manchmal noch oben auf. Dann sind auch Symptome bakterieller Infekte, Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden, zu beobachten.“ Dazu gebe es Viren, die sowohl grippeähnliche Symptome als auch Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Nicht alle, aber sicherlich einige der gerade vermehrt auftretenden Fälle seien indes echte Influenza-Erkrankungen.

Im Zweifel sollte man die Kinder lieber mal zuhause lassen, bis die Ursache der Beschwerden geklärt ist. Auch wenn durch die vielfältigen Überlagerungen und Verlaufsformen viele Influenza-Infektionen als solche unentdeckt bleiben, müssen alle diagnostizierten Influenza-Fälle den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Und die Zahl der im Januar im Landkreis München eingegangenen Meldungen liegt erkennbar über den durchschnittlichen Januar-Werten. „Es sieht aus, als ob eine Grippewelle kommt“, sagt Schmid. Zahlen aus anderen Regionen seien ähnlich. Echte Influenza-Wellen sind selten kleinräumlich begrenzt. Extrem seien die Zahlen aber noch nicht.

Dr. Schmid hält Impfungen auch jetzt noch für sinnvoll. Für einen Schutz vor der akuten Krankheitswelle in den Würmtaler Schulen dürfte eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt aber nur noch bedingt helfen. „Bis die Immunisierung wirkt, vergehen bis zu zwei Wochen“, erklärt die Planegger Kinderärztin Barbara Oberneder. In den Schulen will man eine übermäßige Ausbreitung durch eine strenge Einhaltung der Hygiene-Regeln wie häufiges Händewaschen eindämmen. Dem Ausfall der Lehrkräfte wollen die Schulleitungen mit Vertretungen aus dem eigenen Kollegenkreis und der Aufteilung von Klassen begegnen.

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