Enttäuscht: Evelin de Filippo hatte gehofft, mit ihrer Eisdiele in Planegg bleiben zu können. foto: rutt

Das Aus für Purogelato

Planegg - Die Eisdiele Purogelato wird aus Planegg verschwinden. Der Bauausschuss lehnte einen Umzug drei Häuser weiter nach Süden ab.

2011 eröffneten Evelin de Filippo und Andrea Fieno in der Poststraße 4 ihre Eisdiele. Der Erfolg wurde ihnen zum Verhängnis. Aufgrund von Beschwerden wegen Menschenschlangen und Lärm verweigerte der Eigentümer die Verlängerung des Mietvertrages. Die Kunden bemühten sich mit den Betreibern, ein neues Ladengeschäft in Nähe der Planegger Bahnhofstraße aufzutun. Ein zehnjähriger Bub sammelte 2700 Unterschriften, darunter 1000 Planegger, die er Bürgermeister Heinrich Hofmann überreichte mit der Bitte, sich für den Verbleib von Purogelato einzusetzen. Die Gemeinde bemühte sich, gilt die Eisdiele doch laut Bärbel Zeller, zuständig für Wirtschaftsförderung, als „einer der wichtigen Frequenzbringer auf der Bahnhofstraße“. Angesichts der Leerstände, vor allem des Mi Casa Su Casa, „hat Planegg als Einkaufsstandort in den letzten beiden Jahren deutlich an Attraktivität verloren“. Purogelato habe dazu beigetragen, dass der Kundenrückgang nicht noch drastischer ausgefallen sei.

In der Bahnhofstraße selbst fand sich kein geeignetes Objekt, sehr wohl aber drei Häuser weiter in der Poststraße an der Ortsgrenze zu Krailling. Das Schuhgeschäft „La Moda di Firenze“ schließt bis Jahresende. 130 Quadratmeter im Erdgeschoss und 40 im Keller hätten gereicht, um mit einem neuen Konzept weiterzumachen. Die Eistheke sollte in den Ladenraum eingerückt werden, dazu Tische und Stühle im Inneren sowie eine Freischankfläche. Vor Beginn der konkreten Planung erhofften sich Eigentümer und Betreiber ein positives Signal der Gemeinde. Doch es kam anders. Kurz bevor am Donnerstag die Voranfrage zur Nutzungsänderung von Verkaufsfläche in Eisdiele auf der Tagesordnung stand, hatten die Mitglieder des Bauausschusses Post von einigen Anwohner erhalten. 31 Unterzeichnende sprachen sich gegen den Umzug der Eisdiele aus. Sie fürchteten vor allem Verkehrsprobleme und Lärmbelästigung. Während das Schuhgeschäft um 18.30 Uhr schließt, hat Purogelato bis 22 Uhr geöffnet, auch sonntags.

„Das Bedürfnis der Anwohner nach Ruhe ist verständlich, aber der Erhalt der Eisdiele ist für die gesamte Bahnhofstraße wichtig“, sagte Fritz Haugg (FDP). Neben Haugg stimmte nur noch 3. Bürgermeister Peter Heizer, der die Sitzung in Abwesenheit von Bürgermeister Hofmann leitete, für den Verwaltungsvorschlag. Das Bau- und Umweltamt hatte empfohlen, die Genehmigung für eine Nutzungsänderung der im allgemeinen Wohngebiet befindlichen Räumlichkeiten in Aussicht zu stellen.

Herbert Stepp (Grüne Gruppe 21), der nach eigener Aussage selbst für den Erhalt der Eisdiele unterschrieben hatte, sagte: „Im Vergleich zum alten Standort liegt der neue jenseits der nächsten Seitenstraße. Das ist den Anwohnern eigentlich nicht zuzumuten.“ Philipp Freiherr von Hirsch nannte es „ein bisschen verwunderlich, dass die Belebung der Bahnhofstraße unterstützt werden soll mit einem Standort zwei Straßenzüge weiter“.

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