Radler und Lkw-Fahrer geraten aneinander

Krailling - Die Konfrontation eines Münchner Lkw-Fahrers mit einem radelnden Ehepaar in Krailling fand jetzt ihr Nachspiel vor dem Kadi.

Der angeklagte Kraftfahrer musste sich wegen Nötigung, Beleidigung und Bedrohung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten. Laut Anklage soll er den 68-jährigen Radler blockiert, beschimpft und drangsaliert haben. Da der 49-jährige Lkw-Fahrer sich keiner Schuld bewusst ist, ging sein Verteidiger aufs Ganze und veranlasste die Prozessvertagung: Ende Mai soll nun eine weitere Augenzeugin gehört werden.

Im August war der Lkw in eine Kraillinger Wiese eingefahren und hatte einen Waldweg blockiert. „Der Lkw scherte plötzlich von links aus und versperrte mir den Weg“, so der 68-jährige Radler. Da der Radler den Lkw überholt hatte, geriet der Kraftfahrer offenbar aus der Fassung. „Er stürzte auf mich zu, bezeichnete mich als Drecksau und sagte fünf Mal mit geballten Fäusten, er würde mich zusammenfahren, wenn ich weiterfahre“, so der 68-Jährige. Seine Ehefrau konnte den Vorgang aus der Distanz beobachten: „Der Kraftfahrer war sehr erregt und brüllte.“ Die Radlerin hatte den Lkw nicht überholt und war in sicherer Distanz zurückgeblieben.

Den Vorwurf der Nötigung und Bedrohung sah der Rechtsanwalt als verfehlt an: „Der Radler versuchte selbstmörderisch am Lkw vorbeizukommen, anstatt dass er stehen bleibt wie die Frau.“ Der Angeklagte selber konnte sich vor allem an die Beleidigung seitens des Radlers erinnern. Er selber habe mitnichten „Drecksau“ gesagt.

Alsbald soll nun eine Augenzeugin, die am Tattag mit Hund und Kinderwagen vor Ort spazieren ging, Stellung nehmen.

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