Eine Radfahrerin auf der  viel befahrene Verbindungsstraße zwischen Neuried und Gauting Höhe Forsthaus Kasten
+
Für Radfahrer gefährlich ist die viel befahrene Verbindungsstraße zwischen Neuried und Gauting. Jetzt soll ein endlich Geh- und Radweg gebaut werden.

Kreisbauausschuss gibt grünes Licht

Endlich: Radwegbau soll im Februar starten

  • vonAndreas Sachse
    schließen

Der seit Jahren geplante Geh- und Radweg zwischen Neuried und Gauting ist endgültig auf den Weg gebracht. Als zuständiger Baulastträger hat der Landkreis München am Dienstag sein Einvernehmen signalisiert. Im Februar sollen die Rodungsarbeiten entlang der Kreisstraße M4 bzw. STA3 beginnen.

Neuried/Gauting – Der Verwaltungsaufwand für den Bau des rund 4,6 Kilometer langen Geh- und Radwegs auf der Nordseite der Kreisstraße von Gauting nach Neuried ist enorm. Nicht nur, dass zwei Landkreise mit dem im Frühjahr 2015 beschlossenen Projekt befasst sind. Die Trasse kreuzt ein Landschaftsschutzgebiet. Bis zu 18 000 m2 hochwertigen Bannwalds müssen gerodet werden, an die 10 000 m2 Lebensraum für geschützte Arten gehen verloren. „Ein sensibles Thema“, wie Landrat Christoph Göbel (CSU) im vorberatenden Bauausschuss des Landkreises München bemerkte. Da nur außerhalb der Brutzeiten für Vögel von September bis Februar gerodet werden darf und weil man nicht unnötig Zeit verlieren will, plant der Landkreis München, kommenden Februar loszulegen.

Landratsamt München übernimmt die Federführung

Neben den Landkreisen München und Starnberg, den Gemeinden Neuried und Gauting und dem bei Straßenbaumaßnahmen obligat beteiligten Staatlichen Bauamt Freising sitzen die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Starnberg sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ebersberg mit am Tisch. Da rund vier Kilometer der Trasse über das Gebiet des Landkreises München verlaufen, übernimmt das Münchner Landratsamt die Federführung.

33 000 Quadratmeter Ausgleichsflächen

Als Bauherr ist der Landkreis München verpflichtet, für das Projekt verbrauchten Naturraum auszugleichen. Gerodeter Bannwald soll im Verhältnis 1:1,13 ersetzt werden. Um 20 400 Quadratmeter Bannwald und an die 14 000 Quadratmeter naturbelassenen Lebensraum aufforsten zu können, erwarb das Landratsamt im Oktober knapp 33 000 Quadratmeter Ausgleichsflächen bei Buchendorf.

Haltebuchten für Buslinien

Der Gautinger Gemeindeteil ist für das Projekt auch anderweitig von Bedeutung. Für die Buslinie 965 und für den Expressbus X910 plant der Bauherr Haltebuchten einzurichten, einschließlich einer sicheren Fußgängerquerung auf Höhe von Forst Kasten. Im Zuge der Arbeiten soll die auf dem Gebiet des Landkreises München verlaufende M4 verbreitert werden. Der Landkreis nutzt die Gelegenheit, die Verkehrssicherheit durch eine Linksabbiegespur in Richtung Buchendorf zu erhöhen.

Kreisausschuss hat das letzte Wort

Die Kosten für den Geh- und Radweg verteilen sich analog zu den Streckenanteilen. Von insgesamt 4,5 Millionen Euro trägt der Landkreis München 87 Prozent, Starnberg übernimmt die verbleibenden 13 Prozent. Nur 600 Quadratmeter des Geh- und Radwegs verlaufen entlang der Kreisstraße STA 3 auf dem Gebiet des Landkreises Starnberg. Linksabbiegespur und Bushaltebuchten finanziert der Landkreis München als Bauherr allein. Nachdem das Projekt im Bauausschuss fraktionsübergreifend auf Zustimmung stieß, ist davon auszugehen, dass die Entscheidung am 7. Dezember vom Kreisausschuss bestätigt wird.

Auch interessant

Kommentare