Räte geben Baumschutz Vorrang vor Solaranlage

Gräfelfing - Der Gräfelfinger Ausschuss für überörtliche Angelegenheiten und Umweltfragen musste sich in der vergangenen Woche zwischen zwei umweltrelevanten Gütern entscheiden: einem alten, gesunden Baum und dem Neubau einer Solaranlage.

Mit einer Gegenstimme entschied sich das Gremium gegen den Antrag eines privaten Grundstückseigentümers, der auf dem Dach seines Wohnhauses eine thermische Solaranlage errichten wollte, und versagte die dafür notwendige Fäll-Genehmigung.

Die Linde, die im betreffenden Bebauungsplan als ortsbildprägend festgehalten ist und somit nicht gefällt werden darf, verschattet das Dach des Hauses in einer Art, die die Errichtung der Anlage sinnlos macht.

Thomas Leineweber, der für Umweltschutzfragen zuständige Mitarbeiter im Gräfelfinger Rathaus, sprach sich in seinem Verwaltungsvorschlag für die Ablehnung des Antrages aus und berief sich dabei auf die Festsetzungen des Bebauungsplanes. Leineweber wies aber darauf hin, dass es sich bei der Abstimmung nicht nur um die Behandlung einer Formalität, sondern seiner Ansicht nach um eine Grundsatzfrage handle, mit der man sich bei Gelegenheit auseinanderzusetzen habe. Der Erhalt von Bäumen und damit auch des Gartenstadtcharakters stehe in diesem Fall, und zukünftig wohl noch des Öfteren, dem Ziel der Förderung erneuerbarer Energien gegenüber. Es gehe hier um die Abwägung zweier umweltrelevanter Güter.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich mehrheitlich für den Erhalt des Baumes aus, mit der Begründung, dass man den Gartenstadtcharakter Gräfelfings nicht schleichend gefährden wolle.

Auch bei diesem Thema will die Gemeinde die Bürger jedoch beteiligen. Thomas Leineweber regte an, die Frage der Baumfällungen zugunsten von Solaranlagen zum Thema bei der neuen Bürgerwerkstatt zur Energiewende zu machen, die am 13. Februar zum ersten Mal stattfindet.

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