Interimsbürgermeister Peter Heizer im Rathaus Planegg.

Dem Rathaus Stabilität verliehen

Planegg - Planeggs 2. Bürgermeister Peter Heizer rückt nach der Stichwahl am Sonntag wieder ins zweite Glied.

Wenn kommenden Montag die Amtszeit des neuen Planegger Bürgermeisters beginnt, endet für einen anderen Lokalpolitiker ein Lebensabschnitt: 2. Bürgermeister Peter Heizer. Als Annemarie Detsch Ende Juni einen Schlaganfall erlitt, rückte der Rentner Heizer plötzlich ins erste Glied. Seitdem war der 71-Jährige fast täglich im Rathaus und führte mit tatkräftiger Unterstützung von 3. Bürgermeisterin Anneliese Bradel die Geschäfte, leitete Sitzungen, hielt Reden und führte Verhandlungen. Ab Montag ist er wieder daheim.

Heizer, seit 1978 durchgängig entweder 2. oder 3. Bürgermeister Planeggs, wäre gerne einmal zum 1. Bürgermeister gewählt geworden, genauso wie sein Vater, der Planegger Ehrenbürger Albert Heizer. Diverse Anläufe schlugen jedoch fehl. Als Freier Wähler fehlte ihm die Stammwählerschaft. Das halbe Jahr nun als amtierender Bürgermeister machte ihm sichtlich Freude, auch wenn er liebend gerne darauf verzichtet hätte. Heizer war mit Annemarie Detsch befreundet, sie vertrauten einander. Wenn Heizer auf seine ehemalige Kollegin zu sprechen kommt, stockt ihm immer noch die Stimme, der Tod der SPD-Politikerin hat ihn sehr berührt.

Als nach den Kommunalwahlen diesen März der neue Gemeinderat die Stellvertreter wählte, kandidierte Heizer erneut für den Posten des 2. Bürgermeisters. Es gab einige Gemeinderäte, die ihn aus Altersgründen ablehnten und „einen Neuanfang mit Perspektive“ forderten. Dass Heizer trotzdem gewählt wurde, empfinden inzwischen alle Fraktionen als Glücksfall. Denn Heizer gelang es, mit seinem immensen Erfahrungsschatz und seiner ausgleichenden Art dem Rathaus Stabilität zu geben und, bei aller Trauer, den Laden am Laufen zu halten.

Als Landrat Christoph Göbel im Rahmen der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Günther Schuppler und Alfred Pfeiffer Anfang der Woche ein Grußwort sprach, wandte er sich auch an Heizer und dankte ihm „ganz herzlich“ für seine Arbeit und seinen „großen Einsatz“ in den vergangenen Monaten.

Und sogar von der FDP, die Heizer im Frühling als 2. Bürgermeister verhindern wollte, gab es ein Lob. „Wir haben unsere Annemarie fast nicht vermisst“, sagte FDP-Vorsitzender Fritz Haugg im Gemeinderat.

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