Raumnot am Kurt-Huber-Gymnasium

Gräfelfing - Der Disput um den Raumbedarf des Kurt-Huber-Gymnasiums (KHG) ist in eine neue Runde gegangen. Ein Runder Tisch hat die prekär Situation offengelegt.

Vertreter des Gemeinderates und der Verwaltung kamen mit Vertretern der Schulleitung, des Kollegiums, der Eltern und der Schüler im KHG zusammen. Dabei machte die Schulfamilie eindrücklich klar, wie real und drängend der Raumbedarf des Gymnasiums heute schon ist - ganz ohne potenziellen Anstieg der Schülerzahlen.

Schulleiter Hendrik Rehn präsentierte in einem kurzen Vortrag aktuelle Zahlen. Demnach stieg die Anzahl der Schüler von 763 im Jahr 2006 auf 1043 Schüler im Oktober 2014. Die fünfte und sechste Klasse ist inzwischen sechszügig; im Herbst 2015 werden 153 Kinder fünf fünfte Klassen bilden. Die Zügigkeit variiert auch nach der Sprachwahl der Schüler. Aktuell gibt es am KHG 32 Klassen (2005: 21); im nächsten Schuljahr werden es 33 sein.

Grund für das Wachstum ist keineswegs eine Anwerbepolitik der Schule, wie sie vor 15 Jahren noch praktiziert wurde. Vielmehr stieg die Übertrittsquote, während die Scheiterungsquote fiel. Zuzug, der Trend zu kleineren Klassen und Teilung durch Inklusion taten ein Übriges. Hendrik Rehn: „Ich persönlich habe kein Interesse an einer möglichst großen Schule. Aber es gibt den von der Regierung bestätigten Bedarf für insgesamt 36 Klassen, der abgedeckt werden muss. Die Schüler sind bereits aufgenommen.“

Derweil ist die Raumnot am KHG bereits bedrückend. Aktuell fehlen 20 Räume unterschiedlicher Größe; für 14 Klassen gäbe es keinen Raum, würde die Schule nicht ein aufwändiges, ständiges Rotationsprinzip fahren.

Im einzigen Lehrerzimmer herrschen nach den Worten von Lehrerin Eva Nonnenbroich „unwürdige“ Verhältnisse: Bei 102 Lehrern hat nicht jeder einen Sitzplatz, geschweige denn einen Arbeitsplatz.

Schülersprecher Vincent von Geldern (Q11) sagte, zwischen den Stunden müssten Schüler sich mangels Sitzgelegenheiten auf Fluren auf den Boden setzen. Von Geldern: „Die Aula ist voll, der Rasenhof ist voll, selbst die Fensterbretter sind besetzt.“

Der Gemeindeleitung warf Hendrik Rehn vor, beim geplanten KHG-Anbau nicht nur „auf der Bremse“ zu stehen, sondern ihn inzwischen ganz in Frage zu stellen. Rehn: „Wir haben mit der Zusage des Neubaus zwei Jahrgänge an Schülern aufgenommen, und jetzt heißt es plötzlich: Nein, wir bauen nicht. Wir brauchen die Zuversicht, dass der Neubau im Gang ist. Bitte schaffen Sie den Platz, den Schüler und Lehrer für einen qualitätsvollen Unterricht brauchen.“ Diesen Platz bezifferte Architekt Clemens Pollok auf rund 3000 m2.

Einmal mehr wurde der Dissens bezüglich der Schüleraufnahme deutlich. Hendrik Rehn vertrat die Ansicht, dass weiterführende Schulen - nicht nur Gymnasien, sondern auch FOS/BOS oder Realschule - grundsätzlich bedarfsgerecht für alle Schüler offen sein sollten und nicht nur für jene am Ort. Dies sei auch gesetzlich so geregelt. Rehn: „Wollen Sie wirklich Kinder aus Krailling und Stockdorf abweisen?“ Dazu bekannte sich zwar niemand, doch pochten mehrere Gemeinderäte auf eine definierten Obergrenze bei der Schülerzahl. Bürgermeisterin Uta Wüst sicherte zumindest zu, der Raumbedarf sei erkannt. Wüst: „Uns liegt sehr an der Qualität dieser Schule, und wir arbeiten daran, dass etwas Neues, Gutes kommt.“

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