Antennen im Wohngebiet: Dachstandorte wie dieser in der Freihamer Straße sollen mit dem neuen Mobilfunk-Konzept der Vergangenheit angehören. Foto: dagmar rutt

Realisierung des Mobilfunk-Standortkonzeptes so nahe wie noch nie

Gräfelfing - Der Gräfelfinger Ausschuss für überörtliche Angelegenheiten und Umweltfragen hat dem Gemeinderat die Umsetzung des Mobilfunk-Standortkonzeptes mit großer Mehrheit empfohlen.

Die Räte blieben dem bisherigen Konzept mit einer 8:2-Merhheit treu – ungeachtet der Einsprüche von Anliegern und der Nachbargemeinde Planegg, von der am Vortag noch ein Brief eingegangen war: Wenig überraschend enthielt er die Empfehlung, der Alternative auf dem Gräfelfinger Rathausdach den Vorzug vor einer Antenne am Neunerberg zu geben.

Just dieser Alternative hatte Hans Ulrich-Raithel vom Münchner Umweltinstitut eine Ergänzungsuntersuchung gewidmet, die er – wie schon im Bürgerhaus – präsentierte. Fazit: Eine bis zu 28 Meter hohe Antenne auf dem Rathaus könnte die Masten am TSV und am Neunerberg ersetzen – allerdings mit erheblichen Konsequenzen: Der Mast müsste 21 Antennen-Elemente tragen, die im Umkreis von 200 Metern eine viermal höhere Strahlung verbreiten würden als im restlichen Gräfelfing. Zudem wären die Kapazitäten für zukünftigen Ausbau erschöpft, die Distanz bis zur nächsten Antenne auf dem Planegger Altenheim mit 1600 Metern zu weit – vom Erscheinungsbild ganz zu schweigen.

Von diesem Kompromiss hielten Frank Sommer (Grüne) und Jürgen Lüsch (CSU) überhaupt nichts. Sie wiesen darauf hin, dass den Anliegern samt Kindergarten eine so eklatante Schlechterstellung bei den Strahlenwerten nicht zuzumuten sei. Sommer: „Wir müssen nach zehn Jahren endlich Farbe bekennen, ob uns die Gesundheitsvorsorge wichtig genug ist, die Optik hintanzustellen.“ Wenn nicht, müsse man das Konzept eben fallen lassen. Das bedeute allerdings keineswegs den Erhalt des Ist-Zustandes, sondern einen sofortigen massiven Ausbau der Dachstandorte. Sommer: „Es liegen vier Anträge von einem Betreiber vor, drei andere warten noch.“

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