Rechtsstreit um "Mi casa su casa"

Mail über Einigung kam zu spät

Planegg - "Mi casa su casa" und kein Ende. Im Streit um das Restaurant laufen drei Prozesse. Gestern ging es um die Klage von Tobias Aschenbrenner, der nicht zum Zug kam. Drei Zeugen mussten aussagen.

Ursprünglich sollte Gastronom Tobias Aschenbrenner das Planegger Restaurant "Mi casa su casa" übernehmen. Doch am Ende kam Gastronom Karl Rieder zum Zug. Vor dem Landgericht München I fordert Aschenbrenner nun Schadensersatz von der Gemeinde. Gestern mussten drei Zeugen aussagen, um die verworrenen Verhältnisse um den Zuschlag für das Lokal aufzuklären.

Zuerst berichtete der bisherige Wirt des "Mi casa su casa", Andre Bahlo, über seine Verhandlungen mit Aschenbrenner, nachdem dieser die Immobilie von der Gemeinde kaufen wollte. „Wir waren uns über die Ablöse für das Inventar und den Geschäftswert einig“, sagt er. Aschenbrenner habe 120 000 Euro auf ein Treuhandkonto zahlen wollen. Er denke, dass die Gemeinde das auch mitbekommen habe.

Auch Gemeinderat Peter von Schall-Riaucour bestätigte, dass man sich im Gemeinderat einig gewesen sei, „dass Aschenbrenner das bessere Konzept hat“. Dennoch sei das Thema Anfang 2014 „aus sehr dubiosen, fadenscheinigen Gründen“ wieder auf die Tagesordnung des Gemeinderats gesetzt worden. Bei der Sitzung habe die Bürgermeisterin dann mitgeteilt, dass es eine Einigung zwischen Bahlo und Aschenbrenner gegeben habe – allerdings sei die Mail rund eine Stunde zu spät, das heißt zirka eine Stunde nach Sitzungsbeginn, eingetroffen. „Obwohl wir erst alle überzeugt waren von Aschenbrenner, wurde plötzlich Rufmord gegen ihn betrieben“, sagt von Schall-Riaucour. „Es hieß, er würde mit Bahlo klüngeln.“ Sein Eindruck sei, dass bewusst Karl Rieder das Lokal zugesprochen werden sollte.

Bei der Aussage von Kämmerer Peter Vogel schaute schließlich alles wieder ganz anders aus. Am Freitag vor der Sitzung habe es geheißen, dass es eine Einigung gebe, sagt Vogel – aber ein paar Punkte seien noch unklar gewesen, die Bahlo angeblich noch geprüft haben wollte. Um 17.20 Uhr des Sitzungstages habe aber Aschenbrenner angerufen und gesagt, dass doch keine Vereinbarung zustande komme, weil Bahlo noch Extra-Geld wolle – 15 000 bis 20 000 Euro. In der folgenden, nicht-öffentlichen Sitzung sei das Lokal dann an den anderen Bewerber gegangen. Erst um 20.50 Uhr sei eine Mail gekommen, dass man sich doch einig geworden ist. Doch die Mail habe man erst am nächsten Tag gesehen.

Nach den Zeugenaussagen machte die Richterin deutlich, dass die Klage wohl keine Chance hat. Ein Urteil fällt im März.

Nina Gut

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