Rechtsstreit zwischen Gemeinde und Baufirma

Eckl befürchtet zweites „Misu“

Der Rechtsstreit zwischen der Gemeinde Planegg und der Baufirma der Stockbahn zieht sich. Die Stockschützen verschieben ihre Jubiläumsfeier vorsorglich  um fünf Jahre.

Die Stockbahn in Planegg ist uneben. Die Gemeinde klagt daher gegen die Baufirma. Jetzt gab es einen Gerichtstermin. „Der ging aus wie das Hornberger Schießen“, klagt der Vorsitzende des EC Planegg-Geisenbrunn, Erwin Eckl. Der Termin habe 15 Minuten gedauert, und nichts sei entschieden worden. „Ein Vergleich war nicht möglich“, bedauert Andreas Löbe vom Planegger Bauamt. Die beklagte Partei habe keine Schuld eingestanden, sagt er. Das Gericht habe nun den Beschluss gefasst, dass ein Gutachten erstellt werden soll. Geprüft werde, ob überhaupt ein Schaden vorliege und wer diesen zu vertreten habe. Einen Gutachter habe das Gericht schon ausgesucht, jetzt müssten beide Parteien Geld bezahlen, dann könne dieser beauftragt werden. „Das kann noch ein Jahr dauern“, meint Eckl. Erst dann sei mit einer Entscheidung des Gerichts zu rechnen. Bis dahin dürfe kein Pflasterstein verändert werden.

Dabei würde er so gerne zwei der acht Bahnen überdachen lassen, um dort das ganze Jahr über spielen zu können. Bei Schmuddelwetter käme sonst keiner. Werde gespielt, könnten Getränke verkauft und damit das Vereinsheim finanziert werden. „Das ist ein absolutes Drama“, sagt er deshalb über das langsame Fortschreiten des Rechtsstreits. „Es hat schon zehneinhalb Monate gebraucht, bis es zu einer Gerichtsverhandlung kam. Das wird ein zweites ,Mi Casa Su Casa’“, meint er in Anspielung auf den langjährigen Rechtsstreit der Gemeinde mit dem ehemaligen Pächter des Restaurants. Dieser endete kürzlich mit einem Vergleich und einem Verzicht auf einen Großteil der gemeindlichen Forderungen. „Ich kann mir nicht vorstellen, warum man wegen 50 000 Euro so einen Zirkus macht“, sagt Eckl. Denn dies sei der Streitwert im aktuellen Fall.

Er will jetzt das Gespräch mit Bürgermeister Heinrich Hofmann suchen. Trotzdem geht der EC-Vorsitzende schon mal auf Nummer sicher, was die Feier zum 40. Jubiläum der Stockschützen betrifft. Diese war bereits einmal verschoben worden, denn die Bahn sei zu uneben, um dort ein Turnier auszutragen. Jetzt sagt Eckl: „Unser 40. Jubiläum feiern wir erst zum 45-jährigen Bestehen.“

Andreas Löbe vom Bauamt versichert, die Gemeinde habe versucht, den Streit mit der Baufirma vorab außergerichtlich zu klären. „Der Klageweg kostet Zeit, Geld und Mühe“, weiß er. Und das gilt nicht nur für die Gemeinde und die Baufirma. Der Verein der Stockschützen muss nun wohl noch eine Weile mit finanziellen Einbußen rechnen, da der Getränkeverkauf ohne überdachte Bahnen weniger ertragreich sein dürfte. Eckl: „Es ist schade.“

vs

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