+
Die Müllabfuhr hat im Würmtal alle Hände voll zu tun: Auf dem Bild sind (v.li.) Heiko Liebig, Naci Bulaniksu und Michael Härtl von der Firma Steiger in der Planegger Josef-Danzer-Straße unterwegs.

Abfallentsorgung

Recycling mindert die Müllberge

Deutlich mehr als 10 000 Tonnen Papier-, Bio- und Restmüll verursachen die Würmtaler pro Jahr. Dazu kommen noch Sperrmüll, Gift-Abfälle wie Medikamente, Altholz und Grüngut. Besonders zu Weihnachten fällt viel Abfall an. Bewohner von großen Wohnanlagen trennen oft schlechter.

Würmtal– Etwa 2350 Tonnen Papier-, Bio- und Restmüll fallen pro Jahr durchschnittlich in der Gemeinde Neuried an, rund 3600 Tonnen im vergangenen Jahr in Gräfelfing. In Planegg waren es fast genauso viel. Krailling und Gauting organisieren als Teil des Landkreises Starnberg ihre Müllabholung über den Zweckverband „Awista“. Die Touren des Verbands „laufen nicht gemeindegenau, daher können keine Zahlen für die beiden Orte ermittelt werden“, sagt Sprecher Matthias Rackwitz. Der Landkreis München hat die Müllentsorgung an die Gemeinden übertragen, die wiederum ebenso wie der Zweckverband verschiedene Firmen beauftragt haben. „Der gelbe Sack und Altglas wird über das Duale System entsorgt“, sagt Lydia Brooks, Leiterin des Gräfelfinger Umweltamtes.

Allein 1374 Tonnen Restmüll und 1132 Tonnen Papierabfall produzierten die Planegger im vergangenen Jahr. Im einwohnerstärkeren Gräfelfing war es mit 1493 Tonnen Restmüll nur wenig mehr, außerdem gab es 1597 Tonnen Papierabfall, dafür weniger Biomüll. Die Recyclingquote in Gräfelfing liegt bei 83 %. In Planegg „bei Glas bei 98 %, bei Papier ähnlich hoch“, sagt Gemeinde-Sprecherin Martina Sohn. Im gesamten Landkreis Starnberg beträgt die Quote 77,5 %.

Viel Müll kommt auch bei speziellen Sammlungen zusammen: So ergeben sich allein in Neuried pro Jahr 130 Tonnen Sperrmüll, 110 Tonnen Bauschutt, 135 Tonnen Holz, 300 bis 350 Tonnen Grüngut und 40 bis 100 Ballen à 50 Kilo bei den beiden Aktensammlungen.

In Gräfelfing zum Beispiel sammelten sich allein 2017 383 Tonnen Altglas an. „Im Sommer gibt es mehr Bioabfälle, Weihnachten fällt sehr viel Verpackungsmüll und auch mehr Restmüll an“, sagt Martina Sohn. Das gleiche gilt oft für die Zeit rund um Ostern, „in den Wintermonaten fällt dafür nicht so viel Grüngut an“, sagt Matthias Rackwitz. Statistiken, in welchen Straßen oder Gegenden besonders viel Müll anfällt, gibt es keine. Nicht nur im Würmtal wird aber im „Geschosswohnungsbau schlechter getrennt. Hier fällt demzufolge mehr Restmüll, aber weniger Biomüll und Papier und Kunststoff an“, so Martina Sohn.

Viele Tausend Tonnen Abfall sind es also, die jedes Jahr aus dem Würmtal weggefahren und entsorgt werden müssen. Der Restmüll aus Planegg, Gräfelfing und Neuried wird vom Müllheizkraftwerk München-Nord in Unterföhring verbrannt. „Das Fahrzeug fährt sofort nach der Sammlung nach Unterföhring und kippt dort aus. Die dort ankommende Menge von 600 bis 800 Tonnen täglich lässt keine Lagerung zu, alles wird mehr oder minder sofort verbrannt und in Heizenergie verwandelt“, sagt Inke Franzen, Sprecherin des Neurieder Rathauses. Der Biomüll wird in die landkreiseigene Vergärungsanlage nach Kirchstockach gefahren, Papier von einer Arbeitsgemeinschaft aus verschiedenen Münchner Entsorgungsunternehmen verwertet. Der Restabfall aus dem gesamten Landkreis Starnberg wird in Weßling umgeschlagen „und von dort nach Augsburg gebracht und verbrannt“, sagt Matthias Rackwitz.

Durch Planegg fahren pro Woche zehn Müllwagen. In Gräfelfing gibt es Restmülltouren alle zwei Wochen, der Bioabfall wird von Anfang September bis Ende April alle zwei Wochen, im restlichen Jahr einmal die Woche, Papier einmal die Woche, Giftabfall einmal im Monat, Laub einmal im Jahr und Sperrmüll zweimal im Jahr abgeholt.

Die Müllgebühren in Planegg, die 2016 erhöht wurden, werden „2020 wieder kalkuliert, es ist jetzt noch nicht absehbar, wie sie sich entwickeln“, sagt Martina Sohn. In Gräfelfing „gibt es noch einen Überschuss“, so Lydia Brooks; bis 2021 stehe nach jüngstem Ratsbeschluss keine Erhöhung an. Die Neurieder Gebühren wurden zum Jahresbeginn erhöht, „womit die Deckung der Entsorgungen umgesetzt wird. Es ist nicht das Ziel, einen Gewinn oder Verlust zu machen“, sagt Inke Franzen.

Peter Seybold

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eine Ritterburg geht auf Reisen
Der Würmtaler Faschingsumzug ist grundsätzlich startklar. Ein paar Hürden sind allerdings noch zu nehmen, bis er sich an diesem Sonntag in Bewegung setzen kann.
Eine Ritterburg geht auf Reisen
Planegg: Ein Förderverein für zwei Grundschulen
Fast jede Schule im Würmtal hat einen eigenen Förderverein – einen gemeinnützigen Partner also, der finanziell bei der Anschaffung von Schulmaterialien oder …
Planegg: Ein Förderverein für zwei Grundschulen
Bürgerantrag unzulässig
Die geplante Anlage für Betreutes Wohnen in Nachbarschaft des Kraillinger Caritas-Altenheims stößt in Teilen der Bevölkerung weiter auf erbitterten Widerstand. Einen …
Bürgerantrag unzulässig
Eine Brotzeit als Dankeschön
Das ganze Jahr über sind die 36 Mitarbeiter des Planegger Wertstoff- und Bauhofs bei jedem Wetter im Einsatz, egal, ob es Schneeräumen im kalten Winter oder Arbeiten im …
Eine Brotzeit als Dankeschön

Kommentare