Ursula Wißgott mit ihrem Neffen Peter Stierhof im Gräfelfinger Reformhaus Wißgott.
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Mit ihrem Neffen Peter Stierhof als neuen Leiter wird Ursula Wißgott weiter im Reformhaus arbeiten.

Neuer Inhaber

Gräfelfinger Reformhaus Wißgott bleibt in guten Händen

  • Peter Seybold
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Das Reformhaus Wißgott in Gräfelfing hat nach 26 Jahren einen neuen Inhaber. Der Laden bleibt aber weiter ein Familienbetrieb.

Gräfelfing – Das Reformhaus Wißgott ist seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine Institution in Gräfelfing. Nach 26 Jahren Leitung hat nun vor einiger Zeit Inhaberin Ursula Wißgott das Geschäft an ihren Neffen Peter Stierhof übergeben, damit der Laden weiter ein Familienbetrieb bleibt.

Start im Jahr 1930 in Schwabing

In den 1930er Jahren gründete die Familie Reichart das Reformhaus noch unter dem Namen „Jungborn“ in Schwabing. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Familie das Geschäft in Gräfelfing, wo sie auch wohnte, neu auf. Zunächst war der Sitz die Scharnitzer Straße 1, bevor es im Jahr 2000 in die Bahnhofstraße 108 und 2013 in die heutigen Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße 92 ging. Insgesamt 44 Jahre arbeitete Ursula Wißgott in dem Reformhaus, davon 26 Jahre als Leiterin. Auch nach dieser langen Zeit wollte Wißgott nach wie vor nicht komplett aufhören, sondern arbeitet weiter in dem Laden mit und berät ihren Nachfolger.

Neffe Peter Stierhof, gebürtiger Gräfelfinger und nun wohnhaft in Germering, hat im Frühjahr 2020 die Leitung übernommen. Innerhalb der Familie eine fast schon perfekte Lösung, denn „ich kenne das Geschäft schon, seit ich ein Kind war, und viele Kunden kennen mich daher auch bereits seit Langem“, sagt Stierhof.

Fortbildung bei führenden Discountketten

Der gelernte Einzelhandelskaufmann machte seine Ausbildung beim Amper Einkaufszentrum und absolvierte anschließend zwei Führungsnachwuchs-Stationen bei zwei führenden Discountketten. Peter Stierhof ist also nicht nur aus der Familie, sondern auch vom Fach. „Es war schon von langer Hand geplant, dass ich eines Tages in das Reformhaus Wißgott mit einsteige“, sagt Stierhof.

Der mittlerweile 29-Jährige übernahm die Geschäftsführung des Ladens Mitte März und damit kurz vor Beginn des ersten Corona-Lockdowns. Dies bedeutete natürlich einen Start in einer absoluten Ausnahmesituation. „Doch es lief alles gut, auch der Warennachschub war kein Problem“, so Stierhof. Tatsächlich kamen sogar deutlich mehr Kunden als normal in das Reformhaus, sagt Stierhof, der im April auch noch Vater einer Tochter wurde und somit persönlich gleich eine Ausnahmesituation in mehrerer Hinsicht erlebte.

Bio-Café eingeführt

Der neue Geschäftsleiter hatte schon zuvor 1,5 Jahre in dem Reformhaus gearbeitet, um alles noch besser kennenzulernen. In dieser Zeit führte er auch das neue Bio-Café des Ladens ein, in dem es verschiedene Kaffee--Spezialitäten und Tees gibt, im Moment natürlich nur zum Mitnehmen.

Ansonsten änderte Stierhof bisher kaum etwas. „Meine Tante war ohnehin stets am Puls der Zeit und hat eine gute Digital-Strategie gefahren“, wodurch keine größeren Änderungen nötig gewesen seien. So postet das Reformhaus schon seit einiger Zeit auf Instagram regelmäßig Neuigkeiten. In dem Waren-Sortiment gibt es naturgemäß sowieso regelmäßig kleinere Veränderungen.

Für Ursula Wißgott ist die Aufgabe der Leitung nach so langer Zeit zwar eine Veränderung, aber ohne groß zu trauern, da sie ja in dem Geschäft weiterhin mitarbeitet und bei ihrem Neffen den Laden in guten Händen weiß. „Als ich 1976 angefangen hatte, war natürlich noch alles anders und eine völlig andere Zeit, aber eine sehr schöne Zeit“, blickt Wißgott zurück. So wie eigentlich alle ihre Jahre in dem Reformhaus.

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