Heinz-Leo Geurtsen (69), Geschäftsführer des Regionalwerks Würmtal.

Regionalwerk-Chef Geurtsen erleidet Schlaganfall

Würmtal - Das Regionalwerk Würmtal durchlebt schwere Zeiten: Die Netzübernahme stockt, es gibt Kritik wegen der erhöhten Strompreise, und über allem schwebt wie ein Damoklesschwert die Klage des Konkurrenten Eon. Zu allem Überfluss hat Geschäftsführer Heinz-Leo Geurtsen einen Schlaganfall erlitten.

Seit über zwei Monaten führt Peter Michalek von den Stadtwerken München die Geschäfte beim Regionalwerk Würmtal. Sein gleichberechtigter Partner in der Geschäftsführung, Heinz-Leo Geurtsen, ist auf Reha. Der 69-jährige Vertreter der Würmtal-Gemeinden erlitt im Frühling einen Schlaganfall. „Wir hoffen, dass er zurückkommt, doch das muss er selbst entscheiden“, sagt Charlotte Rieboldt aus der Gautinger Geschäftsstelle des kommunalen Unternehmens.

Die Frage ist, ob es sich Geurtsen zutraut, die anstehenden Herausforderungen im Regionalwerk Würmtal zu bewältigen - denn diese sind immens. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, in dem die drei Würmtalgemeinden Planegg, Gauting und Krailling sowie die Stadtwerke München Gesellschafter sind, ist schwierig, da sich der Stromverkauf kaum rechnet, solange die Netze Eon gehören. Eigentlich wollte das Regionalwerk die Stromnetze schon Anfang dieses Jahres besitzen, doch die Übernahme verzögert sich, denn Eon will sein wertvolles Gut nicht kampflos preisgeben - auch um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Das bedeutet, dass das Regionalwerk rote Zahlen schreibt.

Hinzu kommt die Klage von Eon gegen das Vertragskonstrukt zwischen Stadtwerken und Regionalwerk. Nach Ansicht von Eon enthält der Vertrag eine Zusicherung der Stadtwerke, finanzielle Risiken zu übernehmen, was als Verstoß gegen das Energiewirtschaftsgesetz gewertet werden könnte. Es gibt also viel zu tun für die Führung des Regionalwerks.

Nach Angaben aus dem Gautinger Rathaus wird sich diese Woche entscheiden, ob Geurtsen an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt oder seinen Posten als Geschäftsführer räumt. Er sei ein Kämpfertyp, sagen Leute, die ihn kennen.

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