Der Finder Holger Schmidt, Betriebsleiter der Regenbogen Arbeit gGmbH, und Planeggs Archivleiterin Erika Klemt freuen sich über den historischen Schatz. foto: dagmar rutt

Renaissance-Helm im Altmetall entdeckt

Planegg - Die Mitarbeiter des Planegger Wertstoffhofes haben schon manchen Schatz gehoben. Derzeit sorgt ein Renaissance-Helm für Furore.

Wie alt ist er? Stammt er aus der Zeit der Renaissance? Oder handelt es sich um eine Replik? Und wie kam er überhaupt nach Planegg? Fragen über Fragen. Nur eines ist sicher: Ein Mitarbeiter des Planegger Wertstoffhofes hat einen Helm aus einem Altmetall-Container geborgen, der sehr alt aussieht.

„Oh, ist der aber schwer“, konstatierte Planeggs Archivarin Erika Klemt, als der Leiter des örtlichen Wertstoffhofs, Günther Riermaier, ihr gestern seinen neuesten Schatz überreichte. Schon des öfteren hat Riermaier Fotos oder Fotoalben aus den Containern geborgen und im Archiv vorbeigebracht. Dieser Schatz hat aber eine andere Dimension. Es ist der größte Fund, den mit Holger Schmidt ein Mitarbeiter des Wertstoffhofs bislang in einem Container gemacht hat. Es sei sofort klar gewesen, dass es sich um etwas Besonderes handelt. „So wie der verarbeitet ist, ist es maschinell unmöglich“, sagt Riermaier. Die verschiedenen Wappen, die den Helm zieren, beeindrucken ihn.

„Das ist ein sehr schöner Helm“, sagt Klemt. Auch sie bestätigt, dass es sich um Handarbeit handelt. Über seinen Ursprung gibt es bislang nur Vermutungen. „Ich würde niemals sagen, das ist ein Helm aus der Renaissance“, sagt Klemt, dafür sei sie als Archivarin zu professionell. Aber es sei definitiv ein Renaissance-Helm. Bedeutet: Vom Aussehen passe er in die Zeit. „Es gibt natürlich auch Repliken“, sagt sie.

Die Planegger Archivarin möchte keinesfalls spekulieren, aber man merkt, dass sie ein wenig aufgeregt ist. „Ich habe mich ans Armeemuseum in Ingolstadt gewandt“, so Klemt. Von dort erwartet sie sich Hilfe bei der genauen Beurteilung des Helms.

Ein ausgewiesener Experte hat den Helm noch nicht zu Gesicht bekommen, dafür ist der Fund zu neu. Wo der Helm später einmal zu sehen sein wird, ist offen, erst muss der historische Wert des Fundes abgeklärt werden. Er könnte aber im Planegger Archiv verbleiben. „Eventuell wird er auch in einem Museum ausgestellt“, meint Riermaier. Klar ist, dass er der Gemeinde Planegg gehört. „Sobald hier etwas abgegeben wird, geht es in das Eigentum der Gemeinde über“, erklärt der Leiter des Wertstoffhofes.

Unklar ist, wer den Helm entsorgt hat. Riermaier vermutet, dass er im Zuge einer Haushaltsauflösung weggeworfen wurde. „Da wird oft gar nicht geschaut.“ Archivarin Erika Klemt bedauert, dass der Helm entsorgt und nicht bei ihr abgegeben wurde. „Ich wüsste gerne, wie er in den Haushalt kam.“ Die Geschichte des Helms interessiert sie brennend.

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