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Der Initiator des Repair-Cafés in Gräfelfing, Emil Knies, in seiner Werkstatt. Der Ingenieur ist ein erfahrener Bastler, möchte sich jedoch lieber im Hintergrund halten und sucht noch fachkundige Unterstützung.

Kleine Mängel gemeinsam beheben

Repair-Café für Gräfelfing in Planung

Der Staubsauger ist kaputt, dem Stuhl fehlt ein Bein, und das ferngesteuerte Auto lässt sich nicht mehr lenken?

Kein Grund zu verzweifeln und längst kein Grund, sich von dem defekten Objekt zu trennen. Schon bald soll es auch in Gräfelfing ein sogenanntes Repair-Café geben. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Stichwort. Wenn es gut läuft, funktioniert alles bald wieder so, wie es sollte. Und Gräfelfing produziert vielleicht ein bisschen weniger Müll. Auf Initiative der Gemeinde organisiert der Gräfelfinger Ingenieur Emil Knies (68) derzeit eine regelmäßige Zusammenkunft von Bastlern und Laien. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück mitgebrachtem Kuchen können dann handwerklich begabte Menschen anderen beim Reparieren helfen.

Einen Ort für das Repair-Café hat Emil Knies bereits gefunden. Gebastelt, genäht und geflickt wird künftig im Gemeinschaftsraum der Lochhamer Michaelskirche. Die Nachfrage wird darüber bestimmen, wie oft das Repair-Café seine Türen öffnen wird. Los geht es aber erst, wenn Knies genügend handwerklich begabte Menschen gefunden hat, die Lust am Reparieren haben. Aus diesem Grund sucht er jetzt dringend Menschen, die beispielsweise nähen oder schreinern können, oder die in der Lage sind, elektronische Geräte zu reparieren. Computerfachleute wären zudem hilfreich, meint Knies. Jeder mit Freude am Basteln und entsprechendem Talent ist gefragt. „Alles, was repariert werden kann“, können die Kunden bringen, sagt er. Dann werde ihnen gezeigt, wie man ihr Objekt wieder funktionstüchtig mache. „Die Idee ist, dass die Kunden selber reparieren können“, erklärt er.

Obgleich Knies gerne repariert und ein Haus hat, „in dem es immer etwas zu reparieren gibt“, er also über einen großen Erfahrungsschatz als Bastler verfügt, will der Ingenieur als Organisator des Repair-Cafés eher im Hintergrund wirken. Da sei immer noch genug zu tun, meint er. Er hat sich bereits die Repair-Cafés in Gauting und Menzing angeschaut. Die Kunden bekämen beim Eintritt in das Café Nummern. Bis ihre Zahl aufgerufen werde und sie an der Reihe seien, könnten sie Kaffee und Kuchen genießen. „Bei uns stehen 70 Leute auf der Matte, wenn wir aufmachen“, hat er sich in Gauting sagen lassen. Das bedeute jede Menge Organisation. Und das bedeutet eine große Nachfrage – jedenfalls in Gauting.

Emil Knies geht davon aus, dass es diese auch in Gräfelfing geben könnte. Sonst hätte er sich nicht schon vor einiger Zeit an die Gemeinde gewandt und erklärt, dass er bei so etwas wie einem Repair-Café in Gräfelfing mitwirken würde. „Dann war ich aktenkundig“, sagt er heute amüsiert. Denn nun kam die Gemeinde auf ihn zurück, und er trägt die Verantwortung. Eine Haftpflichtversicherung hat das Café bereits. Nur eben noch keine Helfer. Im Gespräch ist Knies mit dem Helferkreis Asyl. Sollten Flüchtlinge mitwirken, wäre Gräfelfing ein Vorreiter im Würmtal, denn die seien in Gauting noch nicht eingebunden.

vs

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