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Veranstalter Robert Paulus, Tuner-Treffpunkt Metro-Parkplatz: Der Gräfelfinger veredelt seine Autos gerne selbst, wie den aktuellen BMW 3er Touring, der in schmucker blau-matter Folierung dasteht.

PS-Freunde auf dem Metro-Parkplatz in Pasing

Tuning-Treffen wird feste Einrichtung

Gräfelfing - Robert Paulus macht weiter: Der Gräfelfinger bietet am Samstag, 30. April, das nächste Tuning-Treffen auf dem Metro-Parkplatz in Pasing an. Polizeikontrollen begrüßt er.

Aufheulende Motoren und illegale Straßenrennen: Das ist es, was Film und Fernsehen uns mit dem Begriff „Tuning-Treffen“ assoziieren lassen. Tatsächlich ist es als Zusammenkunft mit Gleichgesinnten und alten Freunden angedacht. So sieht es zumindest Robert Paulus, Inhaber des Gräfelfinger Unternehmens „Tuning-Gear“: „Man trifft Leute wieder, die aus München weggezogen sind und extra für das Treffen herkommen.“ Seit 2012 betreibt er seine Firma – zunächst als Fotoportal, inzwischen auch als Onlineshop und Eventveranstalter.

Der von ihm organisierte „Saisonstart 2016“ am Sonntag geriet trotz des Geselligkeits-Hintergrunds in die Schlagzeilen. Am Parkplatz der Metro in Pasing versammelten sich die Besitzer von 400 aufgemotzten Autos sowie hunderte Gäste. Doch auch die Polizei machte ihre Aufwartung mit Radarfalle und Fahrzeugkontrollen im unmittelbaren Zufahrtsgebiet des Treffens. Für Paulus eine absolut nachvollziehbare Aktion: „Die Beamten machen ja auch nur ihren Job. Den Blitzer sollen sie gerne vor jedem Treffen aufstellen.“ Das sei ein Schutz für die Anwohner.

Über 90 Raser und zwölf widerrechtlich getrimmte Wagen verzeichnete die Polizei am Ende. „Die Leute wollen eigentlich nur ihre Autos vorzeigen, aber jede Branche hat ihre schwarzen Schafe. Sie werden bei uns aber nur belächelt und bekommen nicht das angestrebte Publikum“, spricht Paulus den allgemeinen Tenor der Tuning-Szene aus. „Die meisten investieren zu viel Geld und Zeit, um Bußgelder oder andere Strafen zu riskieren.“

Trotz der Vorkommnisse wertet der Gräfelfinger die sonntägliche Veranstaltung als Erfolg. Zwar habe man sich besseres Wetter und eine entsprechend noch höhere Beteiligung gewünscht; „für einen Regentag war aber viel los“, sagt der Gräfelfinger. Daher macht er sich keine Sorgen bezüglich der noch anstehenden Treffen. Mit Kreisverwaltungsreferat, Landeshauptstadt und dem Unternehmen Metro sei der Parkplatz als langfristiger Standort für die voraussichtlich monatlich stattfindenden Events abgestimmt worden.

Ein Glücksfall für Paulus: „In der Vergangenheit haben wir uns häufig auf öffentlichen Flächen getroffen und somit am Rande der Legalität bewegt. Besonders die hinterlassene Verschmutzung war dort ein großes Problem.“ Nun habe sein Unternehmen als Veranstalter entsprechende Auflagen einzuhalten. Unter anderem der Ordnungsdienst fand am Sonntag Anklang beim Publikum. „Die machen das pro bono und sind mit Herz und Seele dabei“, so Paulus. Damit träfen die Helfer die Tuning-Grundeinstellung – Leidenschaft.

Auch der Eventveranstalter selbst ist seit knapp zehn Jahren „Schrauber“ – wobei sich dies bei ihm lediglich auf äußerliche Veränderungen bezieht: „Ich habe immer versucht, alles selber zu machen. Und wenn man kein gelernter Mechaniker ist, hat man doch das Gefühl, am Motor mehr kaputt zu machen als zu verbessern.“ Entsprechend hat auch sein derzeitiger Wagen, ein BMW 3er Touring, lediglich ein optisches Upgrade bekommen: neue Felgen, Frontspoiler-Ansatz, Tönung der Scheiben, neuer Tacho, Folierung in blau-matt.

Sein Vater sei der erste Anstoß für sein heutiges Hobby gewesen, erklärt Paulus. So habe dieser zwar nicht getunt, aber seine Autos in Heimarbeit hergerichtet. „Natürlich wurde ich dann auch von Filmen dieser Thematik geprägt.“ Als Folge habe bereits sein erstes Auto, ein Fiat Uno, leichte Verschönerungen erhalten. Bereits größere Modifikationen erhielt Paulus’ zweiter Wagen, ein Opel Astra F: „Den wollte man nicht unbedingt als Rostlaube rumfahren lassen.“ Es folgten das Nachfolgemodell Astra G sowie sein aktueller BMW. Dabei blieb er stets seiner Einstellung treu: „Ich habe es immer nur für mich gemacht.“

Anders verhält es sich bei den Veranstaltungen. Deren genereller Ansatz sei es, einen legalen Bereich als Treffpunkt für Interessierte zu schaffen. Die positive Resonanz von Teilnehmern und Gästen des vergangenen Wochenendes lässt darauf schließen, dass diese Grundidee gut bei der Klientel ankommt. Das nächste Event findet am Samstag, 30. April, statt. Dann wird der Metro-Parkplatz erneut zur Münchner Tuning-Hochburg.

Michael Grözinger

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