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Gemeinsam trommeln: Da rund 70 Prozent der Schüler der Grundschule auch Schüler der Musikschule sind, finden für Dritt- und Viertklässler während der regulären Unterrichtszeit so genannte Ensemblestunden statt. Lehrer der Musikschule geben auch Unterricht in den Ganztagsklassen, wofür die Musikschule jährlich rund 3000 Euro aufbringen muss.

Liquiditätsreserven erschöpft

Gemeinde muss Musikschule beispringen

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Neuried - Die Musikschule Neuried hat ein Liquiditätsproblem. Die Gemeinde muss ihr beispringen.

Die Rücklagen der Musikschule Neuried sind in den vergangen Jahren kontinuierlich geschrumpft. Genauer gesagt seit 2008: Damals wurde der „magische Quotient“ eingeführt, wie es Schulleiter Christoph Peters nennt. Die Musikschule verzichtete auf die vollständige Auszahlung ihres beantragten Gemeindezuschusses, solange die eigenen Liquiditätsreserven ausreichten, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Vorgabe war, dass die Kommune aber mindestens 20 Prozent der Ausgaben für das Lehrpersonal trägt; dieser „Sollquotient“ ist erforderlich, damit die Musikschule in den Genuss von zumindest 75 Prozent der Landesförderung in Höhe von rund 80 000 Euro kommt.

Dieses Vorgehen habe für die Gemeinde einen gewissen Einspareffekt gehabt, erklärte Musikschul-Vorsitzender Ronald Hirschfeld am Dienstag bei den Haushaltsberatungen im Hauptausschuss. Auf der anderen Seite sei der „Sparstrumpf“ der Musikschule dadurch aber systematisch geleert worden – und jetzt weitgehend leer. Schon im März könnte es eng werden, die Gehälter der Musiklehrer auszubezahlen. Übers Jahr gerechnet fehlten rund 40 000 Euro. Hirschfeld schlug vor, dass die Gemeinde entweder den Fehlbetrag ausgleicht und 245 000 Euro zahlt oder den Zuschuss heuer auf 345 000 Euro erhöht, damit die Musikschule 2017 die volle Landesförderung erhält und ihre Liquiditätsreserven wieder auffüllen kann.

Laut Hirschfeld besitzt die Musikschule kaum noch Stellschrauben, um Kosten zu senken. Die Effektivität sei in der Vergangenheit bereits enorm gesteigert worden. Man habe vermehrt Gruppen- und Partnerunterricht angeboten und die Jahreswochenstunden des Lehrpersonals reduziert. Inzwischen habe man über Gebühren eine Kostendeckung von 73 Prozent erreicht, der bayernweite Schnitt liege bei knapp unter 50 Prozent. Über Lehrkräfte, die in Ruhestand gingen, versuche man weiter, Personal abzubauen. Ein Wachstum der Schule, deren Schülerzahl sich in den vergangenen zehn Jahren um rund 60 Prozent auf knapp 900 erhöht habe, werde nicht mehr angestrebt – sondern das Gegenteil. Die Sparmaßnahmen hätten aber Folgen, prophezeite Hirschfeld. In der Vergangenheit habe man keine Neurieder Kinder abgewiesen. Dies werde in Zukunft vermutlich nicht mehr möglich sein.

Silvia Kolb (CSU) zeigte sich entsetzt über das Liquiditätsloch. Der von der Musikschule beantragte Zuschuss in Höhe von 245 000 Euro sei allerdings ein „Riesenbetrag“. Ihr Fraktionskollege Michael Zimmermann erinnerte daran, dass die Musikschule für Gebäude und Unterhalt nicht aufkommen müsse. Es sei nicht gut, wenn sich Vereine bei finanziellen Engpässen immer auf die Gemeinde verließen, so Zimmermann. Andreas Dorn (FWN) warnte angesichts knapper Finanzmittel davor, Beträge in den Haushalt einzusetzen ohne Kenntnis darüber, was man sich letztlich leisten könne.

Markus Crhak (BZN) brach eine Lanze für die Musikschule, in die „all unsere Kinder hingehen“. Man komme an den Punkt, wo die Frage gestellt werden müsse: „Haben wir eine Musikschule oder nicht?“ Sein Vorschlag, 245 000 Euro zu gewähren, fand keine Mehrheit. Der Ausschuss verständigte sich schließlich auf 210 000 Euro – diesmal aber als fixe Summe. Dies hat den Vorteil, dass die Musikschule Spenden einsammeln kann, ohne dass sich dadurch der gemeindliche Zuschuss reduziert.

Die Gehälter ihrer Lehrer wird die Musikschule auch weiter zahlen können. Er sehe das entspannt, sagte Kämmerer Max Heindl, man könne kurzfristig Geld zuschießen. „Wenn es irgendwo brennt, lässt die Gemeinde die Vereine ohnehin nicht hängen.“

Dies kommt auch dem TSV Neuried zugute. Der Ausschuss empfahl einstimmig, einen Zuschuss von 200 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Der Sportverein erwartet, wie Marion Höhne vom Vorstand ausführte, zusätzliche Kosten durch eine neue Regelung für die Sozialversicherung von Übungsleitern.

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