Krailling, Thermographie Rundgang, hier am Haus von GR Martin Hoffmann Arch.Barbara Lindner aus Gaut.mit Wärmebildkamera Foto: Sauer

Rundgang mit Thermo Kamera: Kältebrücken auf der Spur

Krailling - Einen Energie-Spaziergang bei frostigen Temperaturen haben rund ein Dutzend interessierte Kraillinger Bürger am Samstagvormittag quer durch ihren Ort unternommen.

Die zertifizierte Thermographin Barbara Lindner und Ulla Schürenberg, Klimaschutz-Managerin vom Landratsamt Starnberg, begleiteten die Bürger. Auch Bürgermeisterin Christine Borst war mit von der Partie. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Energiewende-Verein hatten Eigentümer im Vorfeld die Möglichkeit, ihre Häuser auf Wärmedämmung untersuchen zu lassen und damit quasi Anschauungsobjekte zu bieten.

Das Interesse war so groß, dass gar nicht alle zum Zuge kamen, wie Energie-Fachfrau Schürenberg erfreut berichtete. „Krailling ist sowieso ziemlich führend im Landkreis, was den Klimaschutz angeht“, lobte Schürenberg Bürgermeisterin Christine Borst, als diese die diversen einschlägigen Projekte in der Gemeinde aufzählte.

Sechs Häuser standen dann am Samstag auf dem Programm; den Anfang machte Gemeinderat Martin Hoffmann mit seinem Isartaler Holzhaus in der Waldstraße. „Das Gebäude wurde 1938 erbaut, da ist natürlich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder saniert worden“, erzählte der Rechtsanwalt, der vor 13 Jahren dort einzog und bereits neue Fenster einsetzen ließ. Mit ihrer Themographie-Kamera gelang es Architektin Lindner dann genau, die energetischen Schwachstellen des Hauses aufzuzeigen.

„Alles, was wärmer ist als minus 273 Grad, kann dieses Gerät erfassen“, beschrieb sie die Präzision der Kamera. Am besten arbeite der Apparat bei idealen Witterungsbedingungen, wie sie auch am Samstag herrschten. Will heißen, kein Regen- oder Schneefall, kein Wind und kein Sonnenschein. „Das sind perfekte Rahmenbedingungen, da stört uns dann auch keine Globalstrahlung“, so die Expertin.

Auch die Schwachstellen, die sich innen im Gebäude befänden, könne die Kamera von außen bestens erkennen, allerdings sei es für eine ganzheitliche Untersuchung nötig, ebenso im Haus Messungen vorzunehmen. „Die Fensterrahmen geben Wärme ab“, demonstrierte Lindner dem Hausherrn Hoffmann, der aufgrund der erst vor wenigen Jahren neu eingesetzten Glasscheiben recht verblüfft reagierte. Gerade aufgrund dieser Tatsachen sei, so Energieberaterin Schürenberg, stets eine umfassende Beratung notwendig. „Nur die Fenster auszutauschen ist kein Allheilmittel, denn die sich dann im Innenraum sammelnde Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung führen.“

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