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Auch Teile einer alten Schulausstattung hütet Monika Frank im umfangreichen Gräfelfinger Gemeindearchiv.

Tag der Archive

Griffel, Schlagstock und Feldpostbriefe

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Würmtal - In den Würmtaler Gemeindearchiven lagern manche besondere Schätze. Die ältesten Stücke sind aus dem 18. Jahrhundert.

Unter anderem aus den Jahren 1768 und 1797 stammen die „Freistiftgerechtigkeitsbriefe“ im Gautinger Gemeindearchiv. Sie sind eine Art Vertrag zwischen Grundherren und ihren Abhängigen über deren Rechte und Pflichten, aus Höfen im heutigen Gemeindegebiet Gautings.

Die Briefe sind nicht das einzige besondere Stück in den Würmtaler Gemeindearchiven. Vor allem viele Dokumente wie Protokolle, Fotos, Urkunden, Karten und Briefe bewahren die Würmtaler Archivare auf. Und auch einige andere besondere Schätze. Anlässlich des deutschlandweiten „Tags der Archive“, an diesem Samstag und Sonntag, wirft der Würmtal-Merkur einen Blick in die Gemeindearchive.

Neben den Briefen besitzt das Gautinger Archiv unter anderem einen Schlagstock, der zum Ende der Weimarer Republik in Gauting für die damaligen Straßenkämpfe benutzt wurde. Außerdem eine Tellerscherbe aus dem damaligen Gautinger Bahnhofshotel um 1900. Gemeinderatsprotokolle seit 1836 sowie Schulakten seit 1803, also etwa Schriftverkehr über den Bau eines neuen Schulhauses, sind unter anderem ebenfalls vorhanden, sagt Archivarin Regine Hilpert-Greger.

Eine komplette Schulsammlung mit historischen Schulgegenständen wie Bank, Tafel, Bücher, Griffel, Kreide, Feder und Chemiekasten bekam das Gräfelfinger Gemeindearchiv geschenkt. Unter anderem „ein Presse-Archiv seit 1949, Heirats-/Geburts- und Sterberegister seit 1876 und tausende Bilder“ hat Archivarin Monika Frank ebenfalls.

In Planegg bewahrt Archivarin Erika Klemt unter anderem neben historischen Plänen, Plakaten und rund 450 Postkarten auch komplette Nachlässe auf. Zum Beispiel den Nachlass der Soldaten- und Reservistenkameradschaft mit Orden, Fahnen und Fotos. Hüttenbücher der Naturfreunde Würmtal sind ebenso vorhanden wie Essensmarken, Kriegsausweise und Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg. „Besonders auf der Suche sind wir immer nach Alltagsgegenständen, also zum Beispiel privaten Fotos“, sagt Erika Klemt.

Über mehr als 1000 Dokumente verfügt auch der Neurieder Archivar Reinhard Lampe. Unter anderem Rechnungsbücher von 1833, Dienstboten-Register von 1886 bis 1910, Unfall-Anzeigen aus der Forst- und Landwirtschaft von 1892, das Fremdenbuch Neurieds von 1885, Gewerbeanmeldungen von 1883 sowie eine Meldung über das Auffinden von zwei Leichen von 1887 vermitteln gute Einblicke in das damalige Leben. Aus dem Dritten Reich sind hingegen nur noch wenige Dokumente vorhanden. „Die Gemeinderatsprotokolle hat der damalige Bürgermeister am Ende vernichtet“, sagt Reinhard Lampe.

Über ein kleines Archiv verfügt hingegen die Gemeinde Krailling. Nur einige Schriftstücke, Fotos sowie eine Galerie mit Bildern aller Bürgermeister seit dem 19. Jahrhundert zeugen von der Vergangenheit, sagt Rathaus-Geschäftsführer Franz Wolfrum.

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