SPD scheitert mit Tempo-30-Limit in Planegg

Planegg - Der Zuständige Ausschuss hat einen Vorstoß der Sozialdemokraten mit einem 5:5-Patt denkbar knapp abgelehnt.

In geschlossenen Ortschaften gilt deutschlandweit eine Regelgeschwindigkeit von 50 km/h, soweit dies per Verkehrsschild nicht anders geregelt ist. Die Planegger SPD hat jetzt einen Versuch gestartet, Tempo 30 im Gemeindegebiet als Regelgeschwindigkeit zu verankern - und ist gescheitert.

Was Hans nicht gelang, war auch Hänschen nicht vergönnt. Es wird kein 120-Tempolimit auf Autobahnen geben, ebensowenig gilt demnächst 30 als Regelgeschwindigkeit in Planegg. Im jüngsten Verkehrsausschuss fiel der Antrag der SPD-Fraktion, die Einführung von Tempo 30 prüfen zu lassen, mit einem 5:5-Patt durch. Roman Brugger hatte sich zuvor vehement für seinen Antrag ins Zeug gelegt. Die geringeren Emissionen und die erhöhte Sicherheit für andere Verkehrsteilnehmer führte der SPD-Gemeinderat als Hauptargumente für Tempo 30 ins Feld. „Der Verkehrsraum wird als Lebensraum zurückgewonnen“, dichtete Brugger. Unterstützung erhielt die SPD vom Gruppe 21-Vertreter Werner Strobl. Auch Bürgermeisterin Annemarie Detsch war für den Vorstoß, nicht zuletzt deshalb, „weil ich damit bei den Behörden leichter für die Fortsetzung der 30-km/h-Regelung nachts auf der Germeringer Straße argumentieren kann“.

CSU, FWD und FDP sahen den SPD-Antrag kritisch. Gerhard Schleburg: „Das ist an den Haaren herbeigezogen. Ich muss mich anstrengen, in Planegg eine Straße zu finden, in der nicht Tempo 30 gilt“, so der CSU-Gemeinderat. Der Vorstoß sei überflüssig, „wir haben andere Probleme“. Fritz Haugg (FDP) warnte davor, die Regelgeschwindigkeit zu reduzieren. Dies werde nur eine „Placebo-Sicherheit“ zur Folge haben, denn niemand werde sich auf den breiten Straßen daran halten, die Bürger würden aber durch die 30-Regelung in Sicherheit gewogen.

Rathaus-Geschäftsleiter Stefan Schaudig gab zu bedenken, dass bei einer Änderung der Regelgeschwindigkeit mehr Schilder aufgestellt werden müssten, um Autofahrer auf die Sonder-Regelung in Planegg hinzuweisen. Michael Book (CSU) zog in Zweifel, dass eine Lärmreduzierung zu erwarten sei. „Bei Tempo 30 fahren viele noch im zweiten Gang, das verursacht mehr Lärm.“ Am Ende gelang es Brugger nicht, genügend Kollegen zu überzeugen.

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