Wirtschaft

Dr. Schenk GmbH zieht es nach Gräfelfing

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Gräfelfing - Die Dr. Schenk GmbH will ihren Hauptsitz von Martinsried nach Gräfelfing verlegen. Dafür entsteht eine neue Firmenzentrale an der Bussardstraße.

Der prosperierende Spezialist für Industriemesstechnik, der bereits eine Produktionshalle in der Gräfelfinger Bussardstraße betreibt, plant den Bau eines dreistöckigen Bürogebäudes für bis zu 200 Mitarbeiter und eines Parkhauses für 81 Autos. Eine erste Bauvoranfrage lehnte der Bauausschuss am Donnerstag allerdings überraschend ab.

Auf dem Grundstück Bussardstraße 2 will die Dr. Schenk GmbH einen modernen Gebäudekomplex mit einer Geschossfläche von 5600 m2 errichten. Während das Maß der baulichen Nutzung dem Bebauungsplan entspricht, beantragte der Bauherr einige Abweichungen von den Vorgaben. Das Hauptgebäude müsste die Baugrenze um 1,27 Meter überschreiten, und die Inhaber-Wohnung als viertes, rückversetztes Terrassengeschoss auf dem Dach wäre 1,6 Meter höher als erlaubt.

In der Summe schienen Benno Stübner (IGG) diese und einige kleinere Überschreitungen zu viel. Mit ihm lehnten Frauke Schwaiblmair (Grüne) und – überraschend – auch Bürgermeisterin Uta Wüst den Vorschlag der eigenen Verwaltung ab, diese Überschreitungen in einem Gewerbegebiet als tolerierbar anzusehen. Zuvor hatte auch der beratende Architekt Reinhard Moosmang darauf hingewiesen, das geplante Gebäude stelle eine Aufwertung des Areals dar und sei problemlos genehmigungsfähig.

Für das Projekt stimmten Walter Frank (CSU), Florian Renner (BVGL) und Jörg Scholler (FDP). Marion Appelmann (CSU), die den Neubau ebenfalls befürwortet, hatte an der Abstimmung nicht teilgenomme, weil sie Nachbarin ist. Von der SPD fehlte bei diesem Tagesordnungspunkt Ralf Brandtner. So kam es zu einer Ablehnung durch ein 3:3-Patt.

Unter dem Strich blieb ein Votum, das wie ein Betriebsunfall aussah und in krassem Gegensatz zur gerne propagierten, offenen Wirtschaftspolitik der Gemeinde stand. Entsprechend hoch schlugen die Wogen hinter den Kulissen nach der Sitzung. Ein Ratsmitglied sagte im Merkur-Gespräch: „Wir haben gerne viel Geld und geben es gerne aus. Nur sollten wir nicht vergessen, wo es herkommt.“

Bürgermeisterin Uta Wüst sagte auf Anfrage, sie habe der Voranfrage als „erstem Versuch“ nicht zugestimmt, weil sie dem Eindruck entgegen treten wollte, man könne sich als Gewerbesteuer-Zahler Baurecht kaufen. Sie sei strikt dagegen, Baurecht und Gewerbesteuereinnahmen zu verquicken, wie es einige in der Sitzung getan hätten. Gestern führte sie ein klärendes Gespräch mit dem Architekten des Bauherrn. Darin erklärte der die Notwendigkeit für die einzelnen Überschreitungen. In der Gemeinderatssitzung heute Abend gibt es eine neue Chance für das Projekt: CSU, BVGL und SPD haben einen Überprüfungsantrag zum Bauausschuss-Beschluss gestellt. Und diesmal will auch die Bürgermeisterin zustimmen.

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